Swissmem fordert neue Corona-Kredite

13. November 2020 12:16

Zürich - Swissmem sieht wenig Anzeichen für einen baldigen Aufschwung der Maschinen-, Elektro und Metallindustrie. Ihr Dachverband ruft den Bund daher dazu auf, das COVID-19-Kreditprogramm zu reaktivieren.

Swissmem hat angesichts der am Donnerstag vorgelegten Zahlen für die ersten drei Quartale dieses Jahres wenig Hoffnung für eine baldige und nachhaltige Erholung des von ihr vertretenen Industriesektors. Daraus leitet der Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) seine Forderung nach einer Reaktivierung von Überbrückungshilfen ab. Denn die während der ersten Corona-Welle noch vorhandenen Liquiditätsreserven seien mittlerweile vielerorts aufgezehrt.

„Liquiditätskredite als rückzahlbare Darlehen sind ein ,minimalinvasives‘ Instrument zur Unterstützung der Firmen“, wird Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher in einer Medienmitteilung zitiert. „Für die öffentliche Hand sind sie besser als die im Rahmen der Härtefallregelung vorgeschlagenen à-fonds-perdu-Beiträge. Diese wären für den Staat definitiv verloren.“

Nach Angaben von Swissmem sind die Auftragseingänge in der Schweizer MEM-Industrie in den ersten neun Monaten 2020 gegenüber der Vorjahresperiode um 8,6 Prozent eingebrochen, die des dritten Quartals im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,8 Prozent. Die Umsätze sanken in den ersten drei Quartalen um 11,5 Prozent. Im dritten Quartal belief sich deren Rückgang auf 8,4 Prozent. KMU seien davon „deutlich stärker betroffen als Grossfirmen“.

Die Güterexporte seien laut Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung in den ersten neuen Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,9 Prozent gesunken. Alle wichtigen Absatzmärkte hätten sich negativ entwickelt.

Seit Mitte 2018 seien die Auftragseingänge in der MEM-Industrie – verglichen mit den Vorjahresquartalen – in neun aufeinanderfolgenden Quartalen zurückgegangen. Dabei habe die Branche 30 Prozent ihres Auftragsvolumens verloren. Jedoch bestehe die Hoffnung, dass der Tiefpunkt im zweiten Quartal durchschritten wurde und sich die Geschäftslage „auf sehr tiefem Niveau schwach zu erholen beginnt“. Auch die Stimmungslage der Unternehmerinnen und Unternehmer habe sich im dritten Quartal 2020 „leicht aufgehellt“.

Die Industrie sei nie an der Verbreitung des Corona-Virus beteiligt gewesen und habe die Schutzkonzepte konsequent umgesetzt, so Brupbacher. Deshalb fordert der Swissmem-Direktor, dass die MEM-Betriebe „weder kantonal noch national“ in einen weiteren Lockdown „gezwungen werden“. Auch Reisen in internationale Absatzmärkte müssten möglich bleiben. mm

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