Swissmem fordert Kurzarbeit von 18 Monaten

26. Mai 2020 13:25

Zürich - Die Bezugsdauer für Kurzarbeitsentschädigung soll auf 18 Monate verlängert werden, fordert Swissmem. Der Verband der Maschinenindustrie verlangt zudem die Aufhebung der Industriezölle, mehr Bundesgeld für die Innovationsförderung und neue Freihandelsabkommen.

Die Unternehmen der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie werden von der Corona-Krise hart getroffen. Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Swissmem unter seinen Mitgliedern rechnen 38 Prozent der Unternehmen beim Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen mit einem Verlust. Weitere 34 Prozent rechnen mit einer Marge von maximal 5 Prozent. Swissmem-Präsident Hans Hess fordert deshalb von der Politik, Gegensteuer zu geben. „Nur mit einem raschen, kontrollierten Ausstieg aus dem Lockdown und einer nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Firmen können wir das Ausmass des Einbruches dämpfen“, wird er in einer Mitteilung seines Verbandes zitiert. „Dafür braucht die Exportindustrie bessere Rahmenbedingungen – und zwar jetzt!“

Kurzfristig fordert der Verband, die Notmassnahmen zur Bewältigung der Krise weiterlaufen zu lassen. Die Bezugsdauer der Kurzarbeitsentschädigung soll auf 18 Monate verlängert werden. Der Bundesrat hat im Rahmen der Notmassnahmen die Beschränkung auf vier Monate aufgehoben. Ausserdem sollen Unternehmen bis Ende des Jahres Bundesgarantien für Corona-Kredite beantragen können.

Langfristig fordert Swissmem unter anderem, die Industriezölle aufzuheben. Diese Massnahme, die im Juni vom Parlament beraten wird, spart der Industrie 125 Millionen Franken. Ausserdem solle der Bund über die Förderagentur Innosuisse zusätzliche 158 Millionen Franken für die Innovationsförderung zur Verfügung stellen.

Swissmem verlangt auch den Ausbau des Netzes von Freihandelsabkommen, die Sicherung der bilateralen Abkommen mit der EU und die Absicherung des Zugangs zu Infrastrukturprojekten weltweit auch für Schweizer KMU. stk

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