Swissgrid plant neue Stromleitung über Grimselpass

17. September 2020 14:01

Aarau - Swissgrid will die Höchstspannungsleitung vom Haslital ins Obergoms auf den neuesten Stand der Technik bringen. Für die 27 km lange Strecke über den Grimselpass hat sie drei Varianten mit Freileitungs- und Erdkabeloptionen erarbeitet. Die Öffentlichkeit wird an der Entscheidung mitwirken.

Swissgrid hat die von ihr erarbeiteten Varianten für eine neue Höchstspannungsleitung zwischen Innertkirchen BE und Ulrichen VS beim Bundesamt für Energie (BFE) eingereicht. Damit ist das Sachplanverfahren für Übertragungsleitungen gestartet. 

Wie Swissgrid in einer Medienmitteilung und auf ihrer Internetseite schreibt, müsse die grösstenteils über 60 Jahre alte Höchstspannungsleitung auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Dabei werde gleichzeitig die Spannung von heute 220 auf durchgehend 380 Kilovolt erhöht. Dies sei mit Blick auf die Energiestrategie des Bundes nötig, um die steigende Stromproduktion aus Wasserkraft in den Kantonen Bern, Wallis und Tessin ins Schweizer Mittelland zu transportieren und die Versorgungssicherheit in der ganzen Schweiz langfristig zu stärken.

Die von Swissgrid vorgeschlagenen Varianten für die 27 Kilometer lange Strecke über den Grimselpass umfassen sowohl Freileitungs- wie auch Erdkabelkorridore. Eine Option bezieht auch den multifunktionalen Grimselbahntunnel in die Planung ein. Jede der eingereichten Varianten spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich Raumplanung, Umwelt, Technik und Wirtschaftlichkeit auf, so Swissgrid.

Als nächstes werde eine vom BFE eingesetzte Begleitgruppe die vorgeschlagenen Planungskorridore diskutieren und bezüglich ihrer Auswirkungen auf Raum, Umwelt, Technik und Kosten bewerten. Die Empfehlung dieser Gruppe gehe anschliessend in die öffentliche Mitwirkung. Schliesslich wird der Bundesrat voraussichtlich Ende 2022 über den Planungskorridor und die Übertragungstechnologie entscheiden. mm

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