Swisscom wird zum Datenanbieter

14. Oktober 2016 14:36

Genf - Swisscom versteht sich immer mehr als Anbieter von Daten für alle Bereiche der Wirtschaft und der Gesellschaft, sagt Roger Wüthrich-Hasenböhler in einem Interview. Der Digitalverantwortliche warnt vor zu hohen Erwartungen bei digitalen Bezahlsystemen.

Swisscom verliert in seinen angestammten Geschäftsbereichen pro Jahr zwischen 300 und 400 Millionen Franken Umsatz, sagt Roger Wüthrich-Hasenböhler in einem Interview mit der Genfer Zeitung „Le Temps“. Daher müsse das Unternehmen sich diversifizieren, sagt der Digitalverantwortliche des Unternehmens. Aus dem Telekomanbieter werde ein Datenanbieter. „Unsere Umsatzquellen werden nicht mehr von den traditionellen Tätigkeiten abhängen, sondern werden immer mehr an die Verwaltung von Daten – die man mit Rohstoffen vergleichen kann -, mit der Gesundheit, mit der Energie verbunden sein.“ So könne Swisscom im Gesundheitswesen ein Ökosystem aufbauen, das den Kunden, den Medizinern, Apotheken, Unternehmen und Spitälern gleichermassen diene.

Swisscom setzt dabei auch auf Zusammenarbeit. So sei es kaum denkbar, dass die kleine Schweiz mit zwei digitalen Bezahlsystemen gegen die Konkurrenz von Apple und anderen antrete, so Wüthrich-Hasenböhler. Deshalb beteilige sich Swisscom auch am Zusammenschluss von Twint und Paymit. Wüthrich-Hasenböhler warnt aber vor zu hohen Erwartungen. „Der Wechsel der Kunden von Kredit- und Geldkarten oder dem Bargeld zu mobilen digitalen Bezahllösungen wird wahrscheinlich mehr Zeit brauchen, als man sich vorstellt.“ stk

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