Swiss Re zahlt Climeworks 10 Millionen Dollar

25. August 2021 11:10

Zürich - Der Rückversicherer Swiss Re und das Cleantech-Unternehmen Climeworks haben den weltweit ersten Vertrag zur direkten Abscheidung von CO2 aus der Luft und dessen Speicherung unterschrieben. Während seiner Laufzeit von zehn Jahren garantiert er Climeworks eine Zahlung von 10 Millionen Dollar.

Swiss Re und Climeworks haben einen Kaufvertrag für den Abbau von CO2 geschlossen. Der Rückversicherer hat sich gegenüber Climeworks laut einer Medienmitteilung vertraglich zu einer Zahlung von 10 Millionen Dollar innerhalb von zehn Jahren verpflichtet. Das Abkommen zwischen den beiden Unternehmen umfasst die direkte Abscheidung und Speicherung von CO2 aus der Luft. Climeworks hat die ersten kommerziell skalierbaren Anlagen dafür entwickelt.

Ziel des auf diesem Gebiet weltweit führenden Unternehmens ist es, bis 2025 ein Prozent der jährlichen globalen CO2-Emissionen aus der Luft zu filtern. Dazu ist der Aufbau von 250'000 Anlagen notwendig. Die erste Climeworks-Anlage zur CO2-Abscheidung und Speicherung wurde 2017 in Hinwil ZH in Betrieb genommen. Die bisher grösste in Island namens Orca wird am 8. September eingeweiht. Auch Microsoft hat kürzlich in Climeworks investiert. Zudem wird derzeit der Bau einer weiteren Anlage im Oman getestet.

Die Ausgründung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) bezeichnet die neu geschlossene strategische Partnerschaft mit dem Rückversicherer in ihrer Mitteilung als „einzigartig und bisher konkurrenzlos“ auf dem freiwilligen Markt für hochwertige CO2-Beseitigung. Dieser „Meilenstein“ sei ein „einzigartiger Hebel zur Unterstützung der Entwicklung dieser Industrie“.

Die Zusammenarbeit werde auch die Entwicklung von Risikomanagementwissen und Risikotransferlösungen umfassen. Ausserdem sollen künftige Investitions- und Projektfinanzierungsmöglichkeiten sondiert werden. Für Climeworks sei diese Partnerschaft mit Swiss Re von zentraler Bedeutung: Die Versicherungsbranche sei massgeblich für die Bewertung komplexer Risiken, einschliesslich des Klimawandels. Zudem sei sie in der Lage, diese Risiken zu strukturieren und effizient zu verteilen.

Sowohl die zehnjährige Vertragslaufzeit als auch der Gesamtwert von 10 Millionen Dollar seien bisher unerreicht, schreibt auch Swiss Re in einer Medienmitteilung. Dies sende „ein wichtiges Nachfragesignal an Entwickler, Investoren und andere Käufer“. Um die Risiken des Klimawandels zu mindern, „muss die Welt die CO2-Abscheidung zusätzlich zu den Emissionsreduktionen ausbauen, nicht an deren Stelle“, so Christian Mumenthaler, Konzern-CEO von Swiss Re und Co-Vorsitzender der Alliance of CEO Climate Leaders des Weltwirtschaftsforums. „Durch die Partnerschaft mit Climeworks können wir unsere Stärken als Risikoträger, Investor und vorausschauender Käufer von Klimalösungen ausspielen.“ mm

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