Swiss Re warnt vor sekundären Naturgefahren

10. April 2019 11:37

Zürich - Naturkatastrophen haben in den vergangenen beiden Jahren hohe Schäden verursacht. Einer Studie von Swiss Re zufolge ist ein Grossteil davon kleineren Schadensereignissen oder sekundären Effekten grosser Katastrophen geschuldet. Sie könnten in Zukunft zunehmen.

Die versicherten Schäden aus Naturkatastrophen in den Jahren 2017 und 2018 erreichten zusammen 219 Milliarden Dollar, informiert Swiss Re in einer Mitteilung. Dem Zürcher Rückversicherungskonzern zufolge ist dies die höchste bisher in einem Zweijahreszeitraum beobachtete Schadenssumme. Mehr als 60 Prozent der Schäden wurden dabei von sogenannten sekundären Naturgefahren verursacht. Darunter werden kleine bis mittlere Schadensereignisse sowie sekundäre Effekte grosser Naturkatastrophen verstanden.

Damit seien die Schäden der letzten Jahre „ein Weckruf für die Versicherungsbranche“, schreibt Swiss Re weiter. Der Konzern geht von steigenden Schäden aus solchen sekundären Naturgefahren aus. Als Gründe werden in der Mitteilung „die fortschreitende Urbanisierung und die zunehmende Konzentration von Vermögenswerten in Gebieten, die extremen Wetterbedingungen und somit den Folgen des Klimawandels ausgesetzt sind“, genannt. 

Die nicht versicherten Schäden der Jahre 2017 und 2018 werden von Swiss Re auf weltweit rund 280 Milliarden Dollar beziffert. Auch hier sei mehr als die Hälfte der Schäden durch sekundäre Naturgefahren verursacht worden, schreibt der Konzern. „Die aktuelle Deckungslücke bietet Versicherern eine Chance, die weltweite Widerstandsfähigkeit zu stärken“, wird Jérôme Haegeli, Group Chief Economist von Swiss Re, in der Mitteilung zitiert. Ihm zufolge sollen Versicherer sich mithilfe moderner Technologien „stärker auf die Erarbeitung regionaler Modelle zur Bewertung von sekundären Naturgefahren konzentrieren, ihr Produktangebot erweitern und Katastrophenversicherungen gezielter vertreiben“. hs

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