Swiss Re sieht Erholung Chinas vom Covid-Abschwung

20. August 2020 13:29

Zürich - Hilfsmassnahmen der Regierung und Strukturreformen treiben Chinas wirtschaftliche Erholung, stellt das Swiss Re Institute fest. Die Spannungen zwischen den USA und China sowie eine sich abzeichnende Deglobalisierung könnten die Erholung aber belasten.

China verzeichnete im zweiten Quartal 2020 ein Wachstum beim Bruttoinlandprodukt (BIP) von 3,2 Prozent gegenüber minus 6,8 Prozent im ersten Quartal. Damit erholt sich China stark von der Covid-19-Abschaltung und kehrt den Rückgang im ersten Quartal um, heisst es in einer Medienmitteilung des Swiss Re Institute. Die Kapitalbildung leistete mit einer realen Wachstumsrate von 5 Prozent den grössten Beitrag zu der Erholung. Die Nettoexporte stiegen um ein halbes Prozent. Damit ist nach Einschätzung von Swiss Re der Rückgang des Konsums um 2,3 Prozent ausgeglichen worden. „Die Regierung unterstützt den Aufschwung mit Massnahmen zur Ankurbelung der Binnennachfrage und Strukturreformen zur Verbesserung der Fundamentaldaten und der Produktivität“, heisst es in dem Bericht.

Die eskalierenden Spannungen zwischen der Regierung in Washington und China sind nach Ansicht der Swiss Re-Experten das Hauptrisiko, das die wirtschaftliche Erholung belasten kann. Hinzu kämen eine schwache Auslandsnachfrage und steigende Risiken aus der Entwicklung der globalen Lieferketten im Zuge der weltweiten Deglobalisierung. Die fiskalischen Massnahmen sollten das Wachstum des privaten wie öffentlichen Anlagevermögens stärken und so das Wirtschaftswachstum unterstützen. Die People's Bank of China habe ihren geldpolitischen Kurs vorsichtig vom Krisenmodus auf den Normalzustand umgestellt und versuche, sowohl die Finanzierungskosten niedrig zu halten als auch dabei die Liquidität, auch bei KMU, stabil zu halten.

Die Entwicklung der chinesischen Versicherungsbranche wird als „robust“ bezeichnet. Das Prämienwachstum kehre zum Stand vor der Pandemie zurück. Das Swiss Re Institute erwartet, dass „die Branche aufgrund einer Kombination aus starker regulatorischer Unterstützung und steigendem Risikobewusstsein der Verbraucher von der wirtschaftlichen Erholung profitieren wird“. Chinas Versicherungsmarkt werde 2020 die weltweite Erholung anführen und ab 2021 wieder zweistellige jährliche Wachstumsraten erreichen. gba

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