Swiss Medtech fordert Abbau von Importhürden

19. Oktober 2021 12:58

Bern - Die Schweizer Medtech-Branche ist nach der Rückstufung auf den Status eines Drittlands im Exporthandel mit der EU relativ gut aufgestellt, meint Swiss Medtech. Die vom Bund aufgestellten Importhürden gefährdeten hingegen Branche und Gesundheitsversorgung.

Die neue „Realität Drittstaat“ habe im Zentrum der diesjährigen Konferenz zur Medizinprodukteregulierung von Swiss Medtech gestanden, informiert der Branchenverband in einer Mitteilung. Nach Abbruch der Verhandlungen um ein Rahmenabkommen war die Schweiz im Handel mit der EU im Bereich Medizintechnikindustrie auf den Rang eines Drittstaats zurückgefallen. Im Export hätten sich die Schweizer Unternehmen in den letzten zwei Jahren auf diese Situation gut vorbereitet, schreibt Swiss Medtech.

Beim Import von Medizinprodukten droht nach Ansicht des Branchenverbands hingegen eine Gefahr für die Gesundheitsversorgung der heimischen Bevölkerung. Hintergrund ist die im Mai dieses Jahres in Kraft getretene nationale Medizinprodukteverordnung (MepV). Mit ihr habe der Bundesrat „hohe Import-Hürden für ausländische Hersteller“ errichtet, schreibt Swiss Medtech. Viele Hersteller seien jedoch nicht bereit, „einzig und allein für den kleinen Absatzmarkt Schweiz“ die im MepV definierten Anforderungen umzusetzen.

Swiss Medtech sei klar, dass die Aushandlung eines Abkommens für einen freien gegenseitigen Warenhandel nur im Einvernehmen mit der EU möglich ist, heisst es weiter in der Mitteilung. „Umso wichtiger ist es, dass der Bundesrat die Regeln des Imports, die er mittels MepV unabhängig von der EU einseitig festlegen kann, zum Wohle der Schweiz trifft“, wird Daniel Delfosse dort zitiert. Dies sei „heute nicht der Fall“, meint der Leiter für Regulierungsfragen von Swiss Medtech. Die Schweizer Regierung könne jedoch „das sich anbahnende Versorgungsproblem“ mit „ein paar wenigen Anpassungen der Verordnung“ deutlich entschärfen. hs

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