Swatch-Tocher ETA wird von Verpflichtungen befreit

15. Juli 2020 12:12

Bern - Die Wettbewerbskommission (WEKO) hebt die Lieferverpflichtung und Lieferbeschränkung für die Swatch-Tochter ETA auf. Nach Ansicht der WEKO haben die Kunden von ETA ihre Bezugsquellen für Uhrwerke erweitert. Die Swatch-Tochter bleibt aber unter kartellrechtlicher Kontrolle.

Im Jahr 2013 hatte die WEKO eine marktbeherrschende Stellung der Swatch-Tochter ETA SA Manufacture Horlogère Suisse (ETA) im Markt für in der Schweiz hergestellte mechanische Uhrwerke festgestellt. Eine mit der Swatch-Gruppe daraufhin getroffene einvernehmliche Regelung hatte festgelegt, dass ETA ihre damaligen Kunden bis Ende 2019 mit bestimmten Mengen an mechanischen Uhrwerken beliefern musste. Die Frist sollte von den Kunden von ETA genutzt werden, sich alternative Bezugsquellen für Swiss made Uhrwerke zu erschliessen.

Im November 2018 hatte die WEKO ein Verfahren über eine allfällige Verlängerung der Auflagen für ETA aufgenommen. Die im Zuge dieses Verfahrens getroffenen umfangreichen Abklärungen hätten nun ergeben, „dass der Markt auf die 2013 gesetzten Anreize reagierte und sich die Wettbewerbsverhältnisse weitgehend wie erwartet realisierten“, informiert die WEKO in einer Mitteilung. Sie sieht daher von einer neuen Lieferverpflichtung und Lieferbeschränkung für die ETA ab.

„Die Swatch-Tochter bleibt auf dem Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke jedoch marktbeherrschend und untersteht damit weiterhin der kartellrechtlichen Kontrolle“, erläutert die WEKO in der Mitteilung weiter. Sie behält sich zudem vor, den jetzt getroffenen Bescheid an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuziehen. Dort ist eine Einsprache von ETA gegen das 2018 von der WEKO aufgenommene Wiedererwägungsverfahren anhängig. hs

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