Studie berechnet Potenzial von Erdwärme

24. November 2020 13:53

Lausanne - Eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne hat erstmals die Möglichkeiten und Grenzen von Erdwärme in der Schweiz modelliert. Demnach könnte etwa ein Drittel des Wärmebedarfs in den Kantonen Wallis und Genf durch geothermische Energie gedeckt werden.

Geothermische Energie hat als einzige Quelle in einer Region nur ein begrenztes Potenzial. Sie könnte den Bedarf in vielen vorstädtischen und ländlichen Gebieten decken, würde aber in urbanen Zentren erheblich hinter dem Bedarf zurückbleiben. Diese Informationen aus einer Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) könnten Stadtplaner nun für ihre technischen und wirtschaftlichen Machbarkeitsstudien zur Erdwärme nutzen, heisst es in einer Mitteilung der EPFL. 

Erstmals berücksichtigte eine Schweizer Studie über die Möglichkeiten der Wärmegewinnung aus geothermischer Energie auch deren physikalische Grenzen. „Wenn zu viele dieser Wärmetauscher auf kleinstem Raum untergebracht sind, kühlt der Boden aus, was wir unbedingt vermeiden müssen“, erklärt Co-Autorin Alina Walch, Doktorandin am Labor für Solarenergie und Bauphysik der EPFL. Das Forschungsteam fand heraus, dass die kumulativ installierte Bohrlochtiefe 2 Kilometer pro Hektar nicht überschreiten sollte, um eine Übernutzung der Wärmekapazität des Bodens zu vermeiden. 

Die Forschenden schätzen das jährliche technische Potenzial der Kantone Wallis und Genf auf 4,6 Terawattstunden. Das entspricht etwa einem Drittel ihres gesamten Wärmebedarfs. Laut der Mitteilung hofft das Team, dass seine Arbeit in die Dekarbonisierungsstrategie für den Schweizer Wärmesektor einfliessen wird. „Unser Ziel ist es, landesweite Studien durchzuführen und diese Ergebnisse mit ähnlichen Erkenntnissen für andere Arten erneuerbarer Energien zu kombinieren“, wird Walch zitiert. Es sei wichtig, das jeweilige technische Potenzial unabhängig vom Wärmebedarf einzuschätzen und es dann in Hybridsystemen zu kombinieren, wie das etwa bei Geothermie und Solarenergie der Fall sein könnte. mm

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