Studie belegt Wirksamkeit von MS-Therapie

14. November 2022 10:07

Zürich - Forschende von Universität und Universitätsspital Zürich konnten klären, warum die Transplantation von Blutstammzellen bei Multipler Sklerose (MS) so wirksam ist. Sie zeigten, wie sich das Immunsystem nach Chemotherapien wieder regeneriert, ohne die schädlichen Zellen neu zu produzieren.

Eine Studie der Abteilung für Neuroimmunologie und MS-Forschung an der Universität Zürich und der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie am Universitätsspital Zürich hat erstmals erklären können, warum eine Transplantation von Blutstammzellen bei Multipler Sklerose so erfolgreich ist: 80 Prozent aller behandelter Patientinnen und Patienten bleiben danach für viele Jahre oder für immer krankheitsfrei.

Trotzdem haben bisher nur wenige Transplantationszentren weltweit eine Zulassung für diese Therapie erhalten, weil dafür Studien der Phase III fehlen. „Diese kosten mehrere hundert Millionen Euro und Pharmafirmen führen sie nur durch, wenn sie danach auch Geld verdienen können“, wird der kürzlich emeritierte Professor Roland Martin, Letztautor der Studie und Leiter der UZH-Abteilung, in einer Medienmitteilung zitiert. Dies sei bei der Stammzelltherapie nicht der Fall, da die eingesetzten Medikamente nicht mehr patentgeschützt sind. „Ich bin daher sehr froh, dass es uns gelungen ist, eine Zulassung für die Therapie zu erhalten und dass die Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen.“

Dies ermöglichte auch die Studienteilnahme von 27 MS-Patientinnen und Patienten, die in Zürich eine Stammzelltherapie erhalten haben. Überraschenderweise, so die UZH, tauchten gleich nach der Transplantation als Überbleibsel des alten Immunsystems wieder sogenannte Gedächtnis-T-Zellen auf, die sich an Krankheitserreger erinnern und schnell darauf reagieren können. Die Studie konnte auch zeigen, dass die Thymus-Drüse sie „lehrt“, fremde Strukturen von den körpereigenen zu unterscheiden. mm

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