Stromwirtschaft lehnt Liberalisierung ab

09. Juni 2016 11:31

Zürich - Die Mehrheit der Schweizer Energieversorger lehnt eine komplette Öffnung des Strommarktes ab. Das geht aus einer Umfrage der Unternehmensberatung EY hervor. Sie begrüssen dagegen die Energiestrategie des Bundes.

Eine Mehrheit der Schweizer Energieversorger ist mit dem Geschäftsgang zufrieden. Das geht aus der Elektrizitätswerke-Studie Schweiz 2015 der Unternehmensberatung EY hervor. Laut einer Mitteilung von EY schätzen zwei Drittel die Ergebnisse 2015 als gut oder sehr gut ein. Mehr als 60 Prozent gehen davon aus, dass es auch 2016 so bleibt. Diese zwei Drittel setzen sich laut EY aber weitgehend aus den Unternehmen zusammen, die Strom einkaufen, statt ihn selber zu produzieren. Sie profitieren von den niedrigen Grosshandelspreisen. 

Gleichzeitig profitieren sie von ihrem Gebietsmonopol. Nur diejenigen Konsumenten, die im Jahr mehr als 100.000 Kilowattstunden verbrauchen, können seit 2009 ihren Versorger selbst wählen. So überrascht es nicht, dass 57 Prozent der befragten Energieversorger auf die vollständige Marktöffnung verzichten wollen. 55 Prozent erwarten, dass sie nicht vor 2022 kommt. 

Die Ertragslage der überregionalen Versorger mit eigener Produktion sei dagegen sehr kritisch, so EY. Die knappe Hälfte der befragten Unternehmen begrüsst die Unterstützung der Grosswasserkraft, wie sie das Parlament im Rahmen der Energiestrategie 2050 vorsieht. Über drei Viertel begrüssen die beabsichtige Ersetzung des heutigen Fördersystems für erneuerbare Energien durch eine Lenkungsabgabe, wie sie ab 2021 vorgesehen ist.

Ein Grossteil der Unternehmen, 77 Prozent, setzt inzwischen auf Kooperationen. Dabei arbeiten vor allem benachbarte Energieunternehmen auf derselben Versorgungsstufe zusammen stk

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