Störungen der Lieferketten kommen Europa teuer zu stehen

23. Mai 2022 15:17

Zürich - Störungen der Lieferketten könnten die Länder der Eurozone bis 2023 kumuliert 920 Milliarden Euro des Bruttoinlandprodukts kosten. Dies stellt accenture in einer aktuellen Studie fest. Das Beratungsunternehmen plädiert für eine Neuerfindung der Lieferketten.

Die sich aus der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine ergebenden Störungen der Lieferketten könnten die Länder der Eurozone bis 2030 kumuliert rund 7,7 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts 2023 oder 920 Milliarden Euro kosten, schreibt accenture in einer Mitteilung zu ihrer am Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlichten Studie „From Disruption to Reinvention - The future of supply chain in Europe“.  Hier untersucht das auf Digitalisierung, Cloud und Sicherheit spezialisierte Beratungsunternehmen drei mögliche Szenarien für die Entwicklung des Kriegs im kommenden Jahr. 

„Obwohl Expert:innen übereinstimmend der Meinung sind, dass Europa in diesem Jahr eine Rezession vermeiden wird, hat die Kombination aus COVID-19 und dem Krieg in der Ukraine das Potenzial, die europäische Wirtschaft erheblich zu beeinträchtigen und eine wesentliche Verlangsamung des Wachstums zu verursachen“, wird Jean-Marc Ollagnier, CEO von Accenture in Europa, in der Mitteilung zitiert. „Während vor dem Krieg eine gewisse Normalisierung der Lieferketten in der zweiten Jahreshälfte 2022 erwartet wurde, rechnen wir jetzt nicht vor 2023 damit, vielleicht nicht einmal vor 2024, je nachdem, wie sich der Krieg entwickelt.“

Um hier gegenzusteuern, schlägt accenture eine „Neuerfindung der Lieferketten in einer neuen Wirtschaftsordnung“ vor. Konkret sollten Lieferketten widerstandsfähig, kundenorientiert und flexibel sowie nachhaltig gestaltet werden, heisst es in der Mitteilung.  „Unternehmen müssen von einem Just-in-Time- zu einem Just-in-Case-Ansatz übergehen“, rät Kris Timmermans, Leiter des Bereichs Supply Chain & Operations bei Accenture. hs 

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