Stocker verteidigt Platzierung Zürichs im Freiheitsindex

Im vergangenen Jahr stand der Kanton Zürich auf Platz zehn des Freiheitsindex von Avenir Suisse. In diesem Jahr wird er voraussichtlich auf den siebten Platz vorrücken, wie Samuel Rutz und Mario Bonato von Avenir Suisse in einem Artikel verraten. Vor allem im ökonomischen Sinn sei eine Verbesserung zu sehen.

Der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker ist mit dem Abschneiden des Kantons Zürichs im Index zufrieden. Natürlich wäre es schön, wenn der Kanton Zürich noch weiter aufrücken würde, sagt er in einem Interview mit Rutz und Bonato. Gleichzeitig müsse beachtet werden, dass der Kanton Zürich mit seinen grossen Städten und Ballungsgebieten in einer anderen Liga spiele als die meisten anderen Kantone. „Unsere S-Bahn verfügt über 27 Linien, davon fahren 24 über die Kantonsgrenze hinaus“, veranschaulicht Stocker die Situation.

Bei den zivilen Freiheiten befindet sich Zürich seit Jahren im hinteren Mittelfeld. Stocker führt auch dies vor allem darauf zurück, dass im Kanton Zürich mehr Menschen in einem engeren Raum leben. Gleichzeitig stellt er in Frage, ob andere Kantone mit weniger Gesetzen tatsächlich freier sind. „Ist der Kanton Jura liberaler, weil sie weniger Gesetze haben?  – Ich glaube man fühlt sich im Kanton Zürich freier“, so Stocker. Es sei schwierig, „Äpfel mit Birnen zu vergleichen“. Ausserdem würden Vorstösse für neue Gesetze meistens zuerst in Zürich kommen, andere Kantone folgten später.

„Ich als Finanzdirektor bin nicht daran interessiert, dass wir neue Regelungen haben“, erklärt Stocker weiter. Diese erforderten nämlich mehr Kontrolle und mehr Personal, was am Ende mehr koste.

Der Nachbarkanton Aargau steht seit fast zehn Jahren an der ersten Stelle im Freiheitsindex. Es sei im Kanton Aargau aber „einfacher, ein bisschen liberaler zu sein“, wenn man etwa den Finanzausgleich auch in Betracht ziehe, so Stocker. Dort zahle der Kanton Zürich 500 Millionen Franken ein, während der Kanton Aargau 600 Millionen Franken bekomme. ssp