Stiglitz und Pieth wollen Steueroasen bekämpfen

16. November 2016 14:32

Brüssel - Die bisherigen Massnahmen im Steuerbereich reichen nicht aus, um die Steuerhinterziehung zu verhindern, finden Joseph Stiglitz und Mark Pieth. Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger und der Basler Strafrechtsprofessor fordern ein härteres Vorgehen.

Insbesondere die EU und die USA sollten Steueroasen stärker bekämpfen, halten Joseph Stiglitz und Mark Pieth in einem gemeinsamen Bericht fest. Dass sie die Instrumente dazu hätten, habe sich etwa im Kampf gegen den Terrorismus gezeigt. Dass sie bei der Bekämpfung von Korruption und Steuervermeidung nicht derart konsequent vorgingen, zeige den Einfluss jener, die selber von Steueroasen profitierten. Die beiden Studienautoren sehen Steueroasen als eine Schattenseite der Globalisierung, welche die Geldwäscherei und Steuerhinterziehungen erleichtern und die Korruption beflügeln.

Die bisher im OECD-Rahmen vorangetriebenen Reformen zur Schliessung der Steuerschlupflöcher reichen nicht aus, finden der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger und der Basler Strafrechtler. In ihren Bericht plädieren sie für viel härtere Reformen. So fordern sie etwa, dass das Halten von Konten in Steueroasen für Bürger von „kooperativen” Ländern verboten wird. Auch für Banken soll es illegal werden mit einem Finanzinstitut aus einer „nichtkooperativen” Jurisdiktion Interaktionen zu haben. Weiter fordern sie auch, dass die geheimen Besitzer von Offshorefirmen in öffentlichen Register genannt werden müssen. Zudem sollen die Firmen deklarieren, wo sie wirtschaftlich tätig sind und wo sie Steuern zahlen.  ssp

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