Stiftungen werden vermehrt auf Zeit gegründet

28. Januar 2021 14:19

Basel/Zürich - Der Schweizer Stiftungssektor ist 2020 um 74 weitere Stiftungen angewachsen. Dabei standen 284 Neugründungen 210 Liquidierungen gegenüber. Hintergrund ist ein neues Verständnis der Stifterrolle, nach dem häufiger kurzlebige Verbrauchsstiftungen eingerichtet werden.

In der Schweiz sind derzeit 13'375 gemeinnützige Stiftungen aktiv. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich ihre Zahl damit um 74 Stiftungen erhöht. Dies geht aus einem Vorbericht zur zwölften Ausgabe des Schweizer Stiftungsreport hervor. Dort werden für das vergangene Jahr 284 Neugründungen und 210 Liquidierungen von Stiftungen gezählt.

Das geringe Nettowachstum wird im Vorbericht mit der durchschnittlich geringen Lebensdauer von Stiftungen erklärt. Neben niedrigen Zinsen und Mangel an Erträgen weisen die Autoren des Vorberichts dabei auf ein neues Verständnis der Stifterrolle hin. Danach seien viele der seit 2010 gegründeten Stiftungen von vornherein als Verbrauchsstiftung angelegt, bei der das Stiftungsvermögen innerhalb weniger Jahre aufgezehrt werde.

Mit insgesamt 46 Neugründungen und einem Nettozuwachs von 25 Stiftungen weise der Kanton Genf wie bereits in den Vorjahren das höchste Wachstum im Berichtsjahr aus, wird im Vorbericht weiter erläutert. Als „Stiftungshochburgen“ werden dort die Kantone Zürich, Bern, Waadt, Genf und Basel-Stadt genannt. Im Durchschnitt weist die Schweiz 15,6 Stiftungen auf 100'000 Einwohner auf. Dies sei „weltweit betrachtet eine Spitzenposition“, erläutern die Autoren.

Der jährlich erscheinende Stiftungsreport wird vom Center for Philanthropy Studies an der Universität Basel, SwissFoundations als dem Verband der Schweizer Förderstiftungen und dem Zentrum für Stiftungsrecht an der Universität Zürich herausgegeben. Die vollständige aktuelle Ausgabe kann per 18. Mai auf stiftungsreport.ch heruntergeladen werden. hs

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