St.Galler Forscher bekämpfen Krankenhauskeime

16. Juli 2019 10:26

St.Gallen - Wissenschaftler der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa und vom Kantonsspital St.Gallen entwickeln neue biomedizinische Materialien. Deren neuartige Oberflächen sollen die Entstehung von Biofilmen, Ansiedlungen von Keimen, verhindern.

Biofilme können besonders in Spitälern zum Problem für Patienten werden, heisst es in einer Medienmitteilung der Empa. Demnach werden gerade bei invasiven Massnahmen wie dem Einführen von Schläuchen in den Körper Voraussetzungen geschaffen, durch welche „Infektionserreger schnell Fuss“ fassen können. Die Biofilme entstehen, indem sich Keime auf Oberflächen ansiedeln. Die St.Galler Forscher von Empa und Kantonsspital entwickeln daher in einem Projekt neu biomedizinische Materialien, deren neuartige Oberflächen eine solche Ansiedlung verhindern sollen.

Dazu wird zuerst der Entstehungsprozess der Keime selbst untersucht. „Ein Schlüsselereignis bei der Entstehung eines Biofilms ist der Moment, wenn sich frei bewegliche Bakterien auf der Oberfläche anheften“, wird dazu Empa-Forscherin Qun Ren in der Mitteilung zitiert. Ein Ansatz ist daher, diesen Anheftungsmechanismus zu verhindern. „Nur wenn wir die Bakterien in den Biofilmen genau kennen, können wir sichere und hocheffiziente neue Materialien herstellen, die sich ihnen widersetzen“, sagt Ren.

Für ihre weiteren Untersuchungen nutzen die Forscher Proben aus dem Kantonsspital St.Gallen. Dabei stellen sie bislang unterschiedliche Erregergruppen fest. „Wie diese Erregergruppen der Patienten mit dem Risiko einer Spitalinfektion zusammenhängen, werden die Forscher nun untersuchen“, so die Empa. Zudem wird untersucht, wie „eine spezielle Ausstattung von Oberflächen für bestimmte Keimträger“ gestaltet werden kann. jh

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