Start-up-Investitionen dürften nach Rekordjahr sinken

21. April 2020 12:58

Zürich - Investitionen in europäische Start-ups haben 2019 um 46 Prozent zugenommen und einen neuen Rekord erreicht, zeigt eine EY-Studie. Die Schweiz belegt in der Länderrangliste den vierten Platz. Die Corona-Pandemie dürfte nun zu deutlich sinkenden Investitionen führen.

Im Jahr 2019 ist der Gesamtwert der Start-up-Finanzierungen in Europa um 46 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro angestiegen. Damit haben sie einen neuen Rekord erreicht, zeigt der aktuelle Start-up-Barometer der Beratungsgesellschaft EY. Die Zahl der Finanzierungsrunden legte derweil allerdings nur um 1 Prozent auf 4246 zu.

Die Schweiz belegt in der Länderrangliste der Investitionen den vierten Platz in Europa. Insgesamt gab es in der Schweiz im vergangenen Jahr 329 Start-up-Finanzierungsrunden, was einer Zunahme von 36 Prozent entspricht. Die Finanzierungsrunden wiesen insgesamt einen Umfang von 1,5 Milliarden Euro auf, nach 1,3 Milliarden im Vorjahr.

Die meisten Schweizer Finanzierungrunden wurden in Zürich gezählt (114), gefolgt von Lausanne (43). Ingesamt entfielen 368 Millionen Euro auf in Zürich stattgefundene Transaktionen und 246 auf in Basel vereinbarte Abschlüsse. Die grösste Schweizer Transaktion schloss mit 159,3 Millionen Euro das Zuger Biopharmaunternehmen Arvelle Therapeutics ab.

Der positive Trend bei Start-up-Finanzierungen wird nun vom Coronavirus unterbrochen. EY bezeichnet die Pandemie sogar als eine „existenzielle Krise für Start-ups“. Sie werde zu „deutlich sinkenden Investitionen“ führen und bei vielen Unternehmen „massive Umsatzausfälle“ verursachen, sagt Roger Krapf, Partner sowie Verantwortlicher der Start-up Initiative von EY in der Schweiz. Das Jahr 2019 bezeichnet er als das voraussichtlich „vorerst letzte Rekordjahr für das europäische Start-up-Ökosystem“.

Allerdings zeige die Pandemie auch, dass eine deutlich stärkere Digitalisierung der Wirtschaft unverzichtbar sei. Es werde daher Unternehmen geben, die gestärkt aus der Krise hervorgehen. Zu diesen zählt Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner EY Schweiz, etwa die Segmente Biotech, Medtech, Digital Health. Mittelfristig könnten aber auch Start-ups in den Bereichen Logistik, Online-Handel, Online-Learning, Online-Kommunikation sowie die sogenannten Software as a Service-Modelle profitieren. ssp

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