Start-up entwickelt Werkzeug für 15-Minuten-Stadt

17. November 2021 10:54

München - Ein Start-up aus München hat ein Werkzeug für die urbane Planung entwickelt. Dadurch sollen Städte entstehen, in denen alle regelmässigen Wege innerhalb von 15 Minuten zu Fuss oder per Velo zurückgelegt werden können. Die Software nutzt dafür Daten über die Bevölkerungsdichte, Raumnutzung und Topographie.

Infrastrukturelemente verändern sich schnell und haben Einfluss auf das Mobilitätsverhalten der Bewohner einer Stadt. Zum Beispiel durch eine neue Fussgängerbrücke über eine stark befahrene Strasse. Das Start-up Plan4Better, eine Ausgliederung aus der Technischen Universität München (TUM), hat nun ein Werkzeug für die urbane Planung entwickelt. Städte können damit derart gestaltet werden, dass alle alltäglichen Wege innerhalb von 15 Minuten zu Fuss oder per Velo bewältigt werden können, wie es in einer Medienmitteilung der TUM heisst.

„Mit diesem Tool können Stadtplanerinnen und Stadtplaner Szenarien entwickeln und deren Effekte faktenbasiert testen“, wird Ulrike Jehle vom Lehrstuhl für Siedlungsstruktur und Verkehrsplanung der TUM in der Mitteilung zitiert, neben Elias Pajares Mitgründerin von Plan4Better. Der Prototyp des Werkzeuges ist im Rahmen eines Forschungsprojektes der TUM entwickelt und anschliessend in der Praxis in München getestet worden. Es benutzt Daten über die Bevölkerungsdichte, Raumnutzung, Wegnetze für Fussgänger und Velofahrer und Sehenswürdigkeiten.

Das Team hat im November 2020 beim MobiData BW Hackathon 25'000 Euro für die Entwicklung der Software gewonnen. Ein Jahr später arbeitet es nun an der Lancierung als Abomodell. Stadtplaner können es dann für Simulationen nutzen, um Veränderungen in der Infrastruktur zu untersuchen. Für jede einzelne Adresse erhalten die Planer dabei einen detaillierten Überblick über die Gegend, die in 15 Minuten zu Fuss oder per Velo zu erreichen ist.

Nun soll das Werkzeug mit Daten für den gesamten deutschsprachigen Raum ergänzt werden, also neben Deutschland auch die Schweiz und Österreich. „Grundsätzlich gibt es für das Planungstool keine Grenzen“, heisst es von Jehle. em

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