Städtische Wildbienen bevorzugen Bäume und Sträucher  

12. November 2021 14:56

Birmensdorf ZH - In Städten lebende Wildbienen setzen beim Rückgang von Grünflächen bei ihrer Ernährung verstärkt auf Sträucher und Bäume. Ein internationales Forscherteam unter Führung des WSL hat Bienen in mehreren europäischen Städten untersucht.  

Profitieren Bienen von der einzigartigen städtischen Pflanzengemeinschaft aus einheimischen und exotischen Arten sowie Kultursorten? Dieser Frage ist ein internationales Forschendenteam aus sieben Ländern um Marco Moretti und Joan Casanelles Abella von der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL nachgegangen. Für ihre Studie stellten sie laut einem Bericht des WSL in insgesamt 80 öffentlichen Grünanlagen in fünf Städten Bienenhotels auf: in Antwerpen, Paris, Posen, Tartu in Estland und Zürich.

Nach der Sommersaison sammelten sie diese ein. Im Labor bestimmten sie dann mit Genanalysen, von welchen Pflanzenarten die Pollenreste in den Nestern stammten, um Aufschluss über die von der jeweiligen Art bevorzugten Pflanze zu erhalten. Untersucht wurden vier Arte, die in Städten ihre Nester in Höhlen bauen: die Gehörnte Mauerbiene, die Rote Mauerbiene, die Hahnenfuss-Scherenbiene und die Gewöhnliche Maskenbiene.

Neben der Spezialisierung der Arten auf bestimmte Pflanzen wurde festgestellt, dass bei schwindenden Grünflächen in den Städten nicht etwa stark blühende Pflanzen wie Löwenzahn und Klee angesteuert wurden. Die Wildbienen bevorzugten immer stärker die Blüten an Bäumen und auch Sträuchern. Ob Pflanzen einheimisch sind oder nicht, scheint dabei wenig Einfluss auf die Präferenz der Wildbienen zu haben.

„Um mindestens einen Teil unserer Wildbienenarten zu fördern, sollten in der städtischen Raumplanung und im Grünraum vielfältige urbane Wälder gefördert werden“, wird WSL-Forscher Casanelles Abella in dem Bericht zitiert. gba 

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