Sprachassistenten sollen Schweizerdeutsch lernen

25. Mai 2021 14:04

Winterthur/Windisch AG - Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und die Fachhochschule Nordwestschweiz sammeln Daten, um Schweizer Dialekte zu digitalisieren. Damit sollen Chatbots und Sprachassistenten trainiert werden. Interessierte können mit eigenen Sprachaufnahmen beitragen.

Bisher gibt es nur ungenügend Datenmaterial, um Sprachassistenten oder Chatbots auf Schweizerdeutsch zu trainieren, erläutert die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in einer Mitteilung. Aufgrund des nur kleinen Marktes seien grosse Technologieunternehmen auch nicht an der Entwicklung einer entsprechenden Lösung interessiert, heisst es dort weiter. Gemeinsam mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) will die ZHAW diese Lücke schliessen.

„Wir wollen Schweizer Dialekte sammeln und digitalisieren“, wird Mark Cieliebak vom ZHAW-Centre for Artificial Intelligence in der Mitteilung zitiert. Als Ziel werden dabei mindestens 2000 Stunden Datenmaterial anvisiert. „Diese Daten werden wir anschliessend verwenden, um einem Algorithmus basierend auf künstlicher Intelligenz beizubringen, schweizerdeutsche Sprache zu verstehen und automatisch in hochdeutschen Text umzuwandeln“, erläutert Projektpartner Manfred Vogel von der FHNW.

Interessierte können mit eigenen Sprachaufnahmen zum Projekt beitragen. ZHAW und FHNW haben eine Applikation entwickelt, in der zur Übersetzung hochdeutscher Sätze in Mundarten aufgefordert wird. Zudem zeigt die Anwendung an, für welche Mundarten bereits Sprachaufnahmen vorhanden sind und aus welchen Kantonen noch Dialekte fehlen.

„Weil wir den Datensatz für Forschungszwecke veröffentlichen, können Computerprogramme entwickelt werden, die dann in Zusammenarbeit mit lokalen Firmen für verschiedene Zwecke eingesetzt werden können“, erläutert Manuela Hürlimann von der Swiss Association for Natural Language Processing (SwissNLP) in der Mitteilung. Die SwissNLP zeichnet für die Koordination und Leitung des Projekts von ZHAW und FHNW verantwortlich. Das Projekt wird zudem vom Media Technology Center der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und von der Universität Zürich unterstützt. Der Schweizerische Nationalfonds und die AXA steuern finanzielle Mittel bei. hs

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