Sommaruga will Wasserkraft und Sonnenenergie stärken

17. Januar 2020 15:09

Bern - Der Bundesrat will im Frühjahr ein Paket an Massnahmen für die Energiewende vorlegen. Das hat Bundesrätin Sommaruga am Stromkongress erklärt. Dabei sollen namentlich die grosse Wasserkraft und der Ausbau der Sonnenenergie gestärkt werden.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga sieht in der Energiepolitik den Schlüssel dafür, die Schweiz bis 2050 klimaneutral zu machen. „Denn Klimapolitik heisst in erster Linie Energiepolitik“, sagte sie am Stromkongress 2020 in Bern gemäss Redetext. Die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation kündigte an, noch im Frühjahr das zweite Energiepaket vorzulegen. 

Der Bund werde dabei vorschlagen, die Mittel für die Investitionsbeiträge für die grosse Wasserkraft zu verdoppeln. Gleichzeitig solle die Sonnenenergie Schub erhalten. Wettbewerbliche Ausschreibungen für Investitionsbeiträge für grosse Solaranlagen sollten es erlauben, „mit gleichviel Geld mehr Strom“ zu erzeugen. Sommaruga warb in ihrer Rede bereits um Unterstützung der Branche für die Vorlage. „Wir haben ein Interesse, dass diese Vorlage zügig durchs Parlament kommt. Denn die KEV und die Marktprämie für die Wasserkraft laufen schon bald aus“, appellierte sie an das Eigeninteresse der Strombranche. 

Aus der Sicht Sommarugas ist namentlich das Potenzial der Sonnenenergie enorm. „Flachdächer von Gewerbebauten, Parkhäusern, Schwimmbädern, Schulhäusern und Kläranlagen können problemlos mit Solarzellen bestückt werden“, sagte sie. „Bei Neubauten soll wenn immer möglich das Solardach gleich eingebaut werden.“

Michael Wider, der Präsident des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), verwies in seiner Rede auf die Herausforderungen des Umbaus der Energiewirtschaft. So müsste die Branche sich immer mehr Kreislaufwirtschaft denken. „Denn sie ist ein regeneratives System, in dem Ressourceneinsatz und Abfallproduktion, Emissionen und Energieverbrauch durch Verlangsamen, Verringern und Schliessen von Energie- und Materialkreisläufen minimiert werden“, so Wider. Dabei rücke die Strombranche näher an andere Energiebereiche heran. 

Die Schweiz könne zwar nicht die Probleme der Welt lösen, so Wider. Aber sie habe eine Beispielfunktion. „Ich finde es nur richtig, dass sich ein so gut entwickeltes Wohlstandsland wie die Schweiz als Vorreiterin und Pionierin die besten Lösungen sucht für eine verantwortungsvolle Energiepolitik.“ stk

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