SNB sieht positive Anzeichen bei Banken

18. Juni 2020 12:54

Bern/Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Bericht zur Stabilität der Finanzmärkte 2020 vorgelegt. Die global ausgerichteten UBS und Credit Suisse sind demnach für die aktuelle Situation gut aufgestellt. Aufs Inland fokussierte Banken sind laut des Berichts durch Kredite des Bundes teilweise geschützt.

In ihrem ausführlichen Financial Stability Report 2020 beleuchtet die SNB die derzeitige Situation der globalen und inländischen Finanzmärkte auf ihre Widerstandsfähigkeit. Demnach setzt sich auf makroökonomischer Ebene die Stabilisierung der Finanzmärkte fort. Dank der seit der Finanzkrise aufgebauten Kapital- und Liquiditätspuffer versorgen Banken die Wirtschaft weiterhin mit Krediten. Im zweiten Halbjahr werde sich die Weltwirtschaft teilweise erholen. Doch werde das Wachstum insgesamt negativ bleiben. In der Schweiz werde das Bruttoinlandprodukt erst 2022 wieder auf das Niveau von 2009 steigen. 

Die Rezessionsszenarien in den USA und im Euroraum könnte sich zunehmend negativ auf die Immobilienpreise auswirken und zu erneuten Turbulenzen an den Finanzmärkten führen. In beiden Szenarien würde die Rezession wesentlich länger dauern als im Basisszenario. Verschlechtere sich die Konjunktur in den USA weiter, so seien auf den Kredit- und Verbriefungsmärkten Turbulenzen wie während der globalen Finanzkrise zu erwarten.

Die beiden global tätigen Schweizer Banken Credit Suisse und UBS seien gut aufgestellt, um die gegenwärtigen Herausforderungen zu meistern und die Realwirtschaft zu unterstützen. Im Kontext des Basisszenarios würden sich die wirtschaftlichen Folgen zum einen hinsichtlich einer Verschlechterung der Kreditqualität sowohl in der Schweiz als auch im Ausland auswirken. Zum anderen hat die Korrektur an den Aktienmärkten den Wert der verwalteten Vermögen verringert. Diese Unsicherheit könnte die Nachfrage nach Kunden- und Kapitalmarkttransaktionen senken. Die Gesamtauswirkungen auf die beiden Banken werden laut dem Bericht wegen der wirtschaftlichen Erholung und der Stabilisierung der Finanzmärkte jedoch begrenzt sein.

Aufgrund der Zusammensetzung ihrer Bilanzen sind hauptsächlich auf das Inland fokussierte Banken besonders anfällig für Entwicklungen, die die finanzielle Solidität von Unternehmen und privaten Haushalten beeinträchtigen. „Über die vergangenen Jahre bis Ende 2019 war das Umfeld in dieser Hinsicht relativ gutartig“, heisst es in dem Bericht. Das habe sich hinsichtlich des Wirtschaftseinbruchs und der Lage am Arbeitsmarkt deutlich verschlechtert. 

Doch würden die garantierten Kredite des Bundes die Banken teilweise vor den Folgen des Pandemieschocks schützen. Zudem seien mehr als 90 Prozent ihrer Bankenkredite besichert, hauptsächlich durch Immobilien. Deren Wert werde jedoch unter Druck geraten. Sowohl eine Preiskorrektur auf dem Wohnimmobilienmarkt als auch eine Materialisierung von Erschwinglichkeitsrisiken würde die Qualität der Hypothekenportfolios dieser Banken negativ beeinflussen und zu entsprechenden Kreditverlusten führen. Insgesamt sei das tatsächliche Ausmass der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf im Inland tätige Banken mit einem hohen Mass an Unsicherheit behaftet. mm

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