Snappy beschleunigt Zahlung mit digitalen Währungen

29. April 2020 13:01

Zürich - Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben mit Snappy ein neues Bezahlsystem entwickelt. Dieses soll die derzeit noch langsame Zahlung mit digitalen Währungen beschleunigen.

Der Handel mit digitalen Währungen wie Bitcoin oder Ether hat sich bereits etabliert, wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) in einer Mitteilung schreibt. Anders sieht es beim Bezahlen mit den Kryptowährungen aus. So kann es bei Bitcoin etwa eine ganze Stunde dauern, bis eine Zahlung genehmigt ist. Bei der Währung Ether, die von Anfang an als vollwertiger Ersatz für konventionelles Geld entworfen wurde, dauert es drei Minuten.

Der Grund für den langsamen Zahlungsprozess ist, dass digitale Währungen auf der Blockchain basieren und Daten deswegen kontinuierlich auf tausenden beteiligten Servern abgeglichen werden müssen. Es gibt zwar bereits Lösungen, welche Zahlungsprozesse mit Kryptowährungen beschleunigen, diese verlassen aber die Blockchain. Damit fallen wichtige Vorteile von digitalen Währungen weg – die Transparenz und die Sicherheit.

Forscher der ETH haben nun ein neues Bezahlsystem entwickelt. Mit diesem muss die Blockchain nicht verlassen werden und der Bezahlvorgang wird trotzdem beschleunigt. Die Lösung heisst Snappy und basiert auf einem digitalen Pfandsystem. Dabei hinterlegen die Kunden zusätzlich zu ihrem Kaufbetrag eine gleich hohe Summe als Pfand. Diese wird aber nur so lange gehalten, bis die Zahlung mit digitalen Währungen bestätigt wird.

Die Lösung ermöglicht dem Verkäufer, „die Zahlung sofort zu bestätigen, ohne dass er die Gefahr läuft, den Betrag zu verlieren“, erklärt ETH-​Professor Srdjan Capkun. Laut der ETH könnte Snappy etwa in Apps intergiert werden. Bei der praktischen Anwendung würden Kunden und Verkäufer dabei nichts vom Pfand-​Sicherheitssystem im Hintergrund merken. ssp

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