Schwellenländer treiben Versicherungsmärkte

15. November 2019 14:32

Zürich - Swiss Re Institute sagt dem globalen Wirtschaftswachstum in den kommenden beiden Jahren einen Rückgang voraus. Für die Schwellenländer wird ein vergleichsweise hohes Wachstum erwartet. Sie treiben auch die Versicherungsmärkte an.

„Unsere Einschätzung des globalen Wirtschaftswachstums hat sich seit dem letzten Jahr verschlechtert“, erläutert Swiss Re-Chefökonom Jérôme Jean Haegeli in einer Mitteilung zur aktuellen „sigma-Studie“ des Zürcher Rückversicherungskonzerns. Er macht im Handelskonflikt zwischen den USA und China zudem die grösste Bedrohung auch für zukünftiges Wirtschaftswachstum aus. Das Swiss Re Institut (SRI) korrigiert deswegen seine Wachstumsprognosen für die entwickelten Märkte nach unten. Die Analysten des Rückversicherers gehen von einem Wachstum von 1,6 Prozent in den USA im kommenden Jahr aus. Für die Eurozone wird ein Wachstum von 0,9 Prozent erwartet. Die entsprechenden Werte des Durchschnitts der Prognosen mehrerer Forschungsinstitute (Konsensprognose) betragen 1,8 beziehungsweise 1,1 Prozent.

Den Schwellenländern sagt Swiss Re Institute jedoch ein weit höheres Wachstum voraus. Asien bleibe dabei der Wachstumsmotor, aber auch die Aussichten „für einige grosse lateinamerikanische Länder, allen voran Brasilien“, sowie für Afrika, hätten sich gegenüber dem Vorjahr verbessert, schreiben die Analysten. Sie sagen China trotz des anhaltenden Handelskonflikts ein Wachstum von 6,1 Prozent im kommenden Jahr voraus.

Den Schwellenländern kommt nach Ansicht der Analysten dabei auch die Funktion des Wachstumstreibers für die Versicherungsmärkte zu. Der Löwenanteil entfalle dabei auf China, heisst es in der Mitteilung. Hier rechnet Swiss RE mit einem Anstieg der Nichtlebenprämien um 9 Prozent und der Lebenversicherungsprämien um 11 Prozent. „Das exponentielle Wachstum des Mittelsegmentes privater Krankenversicherungen in China, mit einem Prämienwachstum von 1500 Prozent in den letzten beiden Jahren, vermittelt einen Eindruck des Potenzials in diesem Markt“, erläutert Haegeli. hs

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