Schweizer vertrauen der AHV kaum

06. September 2018 11:11

St.Gallen/Winterthur - Das Vertrauen der Schweizerinnen und Schweizer in die AHV ist niedrig, das in die zweite Säule etwas höher, das in die dritte Säule am höchsten. Das zeigt das erste Vorsorgebarometer von Raiffeisen und der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Die Genossenschaftsbank Raiffeisen und die ZHAW School of Management and Law haben ihr erstes Vorsorgebarometer vorgelegt. Die Ergebnisse sind für das heutige System der Altersvorsorge wenig schmeichelhaft: Nur 15,1 Prozent der Befragten haben Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit und die Finanzkraft der AHV. Gerade mal 17,1 Prozent haben dieses Vertrauen in die zweite Säule, die Pensionskassen. Aber 45,4 Prozent vertrauen der dritten Säule, der steuerbegünstigten privaten Vorsorge. In der Deutschschweiz ist dieses Vertrauen in die private Vorsorge mit 49 Prozent am höchsten, im Tessin mit 31 Prozent am niedrigsten. Die Westschweiz liegt mit 39 Prozent in der Mitte. Entsprechend gehen in der Deutschschweiz 80 Prozent der Befragten davon aus, dass sie selbst am meisten für die Altersvorsorge verantwortlich sind, nicht der Staat oder der Arbeitgeber. Im Tessin sind es 62 Prozent, in der Westschweiz 66 Prozent.

Wenn es freilich um die finanzielle Versorgung im Alter geht, gehen 45,7 Prozent davon aus, dass das meiste Geld von der AHV kommt. 24,7 Prozent erwarten die grösste Summe von der Pensionskasse, 23,6 Prozent von der dritten Säule. 

Eine Mehrheit der Befragten kann sich vorstellen, auch nach dem Erreichen des Pensionsalters zu arbeiten. Unregelmässige Arbeit können sich 37,0 Prozent vorstellen, Teilzeitarbeit 36,1 Prozent, Vollzeit aber nur 3,3 Prozent. 

Das Vorsorgebarometer beruht auf einer repräsentativen Umfrage in allen drei Sprachregionen, bei der 1015 Personen befragt worden sind. Es soll künftig jährlich durchgeführt werden. „Der Raiffeisen Vorsorgebarometer ist ein beispielhaftes Projekt für einen erfolgreichen Brückenbau zwischen Fachhochschule und Praxispartner“, wird Daniel Greber, Leiter des Zentrums für Risk & Insurance der ZHAW, in einer Mitteilung von Raiffeisen zitiert. „Der für beide Seiten fruchtbare Brückenschlag ist angesichts des raschen gesellschaftlichen Wandels und der Herausforderungen der Altersvorsorge in der Schweiz von besonderer Bedeutung.“ stk

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