Schweizer Start-up-Szene entwickelt sich stark

02. Dezember 2020 12:23

Luzern - Schweizer Start-ups haben in den vergangenen zehn Jahren rund 50'000 Stellen geschaffen, wie der Swiss Startup Radar zeigt. Sie sind auch für einen bedeutenden Anteil von ausländischen Direktinvestitionen verantwortlich. Allerdings bräuchte es mehr Schweizer Risikokapitalgeber.

Die Plattform startupticker.ch hat gemeinsam mit der Universität Lausanne die neuste Ausgabe des Berichts Swiss Startup Radar veröffentlicht. Diese zeigt, dass Jungunternehmen in der Schweiz in den vergangenen Jahren rund 50'000 Stellen geschaffen haben. Damit bieten sie ungefähr so viele inländische Arbeitsplätze wie die Pharmabranche. Besonders viele Stellen schaffen laut dem Bericht Start-ups, welche technologiebasierte Dienstleistungen für Unternehmenskunden anbieten.

Weiter sind Jungunternehmen „für einen wichtigen Teil ausländischer Direktinvestitionen in die Schweiz“ verantwortlich, heisst es. Als ein herausragendes Beispiel wird hier die Übernahme des Biopharma-Start-ups Actelion durch Johnson & Johnson für 30 Milliarden Dollar im Jahr 2017 genannt. Zwischen 2000 und 2018 konnten dem Bericht zufolge mehr als 400 Exits in der Schweizer Start-up-Szene realisiert werden.

Schweizer Jungfirmen weisen laut dem Bericht auch eine besonders hohe Innovationskraft auf. Sie waren etwa auch im europäischen Förderprogramm EIC sehr erfolgreich. So wurden im Rahmen des Programms zwischen Mai 2019 und März 2020 mehr Projekte von Jungunternehmens aus der Schweiz gefördert als aus jedem anderen europäischen Land.

Jungunternehmen, die Risikokapital aufnehmen, können in der Regel schneller wachsen und mehr Stellen schaffen, als jene, die sich aus eigenen Kraft finanzieren, so der Bericht. Der Anteil der Schweizer Start-ups, der Investoren an Bord holen konnte, ist den Angaben zufolge in den vergangenen Jahren laufend gestiegen – 2012 lag er noch bei bei 25 Prozent, 2017 bereits über 40 Prozent.

Laut den Autoren bräuchte es allerdings noch mehr Schweizer Risikokapitalgesellschaften, die mehrere und auch grössere Wachstumsfinanzierungsrunden stemmen können. Derzeit kommen 34 Prozent der Mittel, die Jungfirmen von Investoren generieren, aus den USA und nur 23 Prozent aus der Schweiz. Es wird aber auch hervorgehoben, dass die Schweiz bei informellen Privatinvestitionen für Start-ups von Freunden und Verwandten Weltspitze ist. ssp

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