Der Bio-Technopark Schlieren-Zürich ist eines der grossen Zentren des Schweizer Start-up-Ökosystems im Bereich Life Sciences. Bild: Bio-technopark Schlieren-Zürich

Schweizer Start-up-Ökosystem wird reifer

13. Dezember 2019 10:42

Zürich - Immer mehr Schweizer Start-ups können fünf Jahre nach der Gründung gut verkauft werden oder an der Börse starten. Dies zeigt der neue Swiss Startup Radar. Die meisten Exits finden im Kanton Zürich statt. Nach Branchen betrachtet liegen IT-Firmen vorne.

Das Portal startupticker.ch und die Universität Lausanne haben die aktuelle Ausgabe ihres Swiss Startup Radars veröffentlicht. Dieser legt diesmal einen speziellen Fokus auf Exits in der Schweizer Start-up-Szene. Die Studienautoren kommen zum Schluss, dass auch in der Schweiz immer häufiger Unternehmen fünf Jahre nach der Gründung für mehr als 100 Millionen Franken verkauft werden können oder mit einer Bewertung dieser Höhe an die Börse gehen.

Für den aktuellen Swiss Startup Radar wurden 450 Schweizer Exits der vergangenen 25 Jahren ausgewertet. Zuletzt lag der Branchenschwerpunkt den Angaben zufolge auf Informatik. Dort haben die Exits zwischen 2006 und 2017 von weniger als fünf Exits pro Jahr auf 20 zugelegt. Ausserdem waren 2018 rund 60 Prozent der verkauften Unternehmen in der Software- und IT-Branche tätig. Trotz dieses Anstiegs sind Software-Unternehmen nur für 12 Prozent der grössten Exits von über 100 Millionen Franken verantwortlich. Bei diesen grossen Transaktionen liegen die Life Sciences klar vorne.

Was die geografische Verteilung der Transaktionen betrifft, belegt Zürich mit rund einem Drittel der Exits den ersten Platz. Auf Platz zwei folgt der Kanton Waadt und auf Platz drei der Kanton Zug, dessen Anteil an den Exits deutlich höher liegt als der Anteil an den Gründungen. Gründer, die von vornherein einen Exit ins Auge gefasst haben, dürften laut dem Bericht deswegen den Kanton Zug bevorzugen.

Insgesamt sei die Dynamik bei Exits noch nicht so hoch wie bei Gründungen. Die steigende Zahl der Exits spreche aber für das Entstehen einer Start-up-Kultur in der Schweiz. Denn Exits ermöglichen es den verkaufenden Investoren, weiter zu investieren und locken neue Risikokapitalisten an. Ausserdem bringen sie erfahrene Unternehmer hervor, die oft weitere Firmen gründen oder andere Gründer als Geldgeber und Ratgeber unterstützen.

Der Startup-Radar stellt die Exits in der Schweiz auch international in Kontext. Demnach gibt es im etwa gleichgrossen Israel mehr und grössere Exits. Sie finden zudem früher statt. Bei der Anzahl der Start-ups steht die Schweiz international aber gut da. In Schweden mit mehr als 10 Millionen Einwohnern zum Beispiel liegt die Gründungsaktivität konstant unter derjenigen der Schweiz. „Die hohe Zahl der Gründungen macht zum Teil auch das langsame Wachstum der Schweizer Start-ups wett“, heisst es im Bericht. ssp

 

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