Schweizer Privatbanken stecken in schwieriger Lage

07. September 2017 13:58

Zürich - Schweizer Privatbanken zeigen ein schlechtes Aufwand-Ertrags-Verhältnis und tiefe Gewinnmargen, hält die Privatbankenstudie der KPMG und der Universität St.Gallen fest. Einige private Geldinstitute seien jedoch dabei, ihr Geschäftsmodell radikal zu reformieren.

Für die diesjährige Privatbankenstudie haben KPMG und die Universität St.Gallen wie jedes Jahr über 80 Privatbanken in der Schweiz hinsichtlich ihres Wachstums und ihrer Kosteneffizienz untersucht. Einer Mitteilung der KPMG zur Studie zufolge weisen die wichtigsten Kennzahlen danach „entgegen den Erwartungen insgesamt auf eine anhaltend schlechte Lage“ der Branche hin. 

So liegt das Aufwand-Ertrags-Verhältnis 2016 mit einem Median von 84,4 Prozent auf dem schlechtesten Wert der letzten sieben Jahre. Das Verhältnis zwischen dem Ertrag einer Bank und den durchschnittlich verwalteten Vermögen wies sogar den tiefsten Stand aller bisherigen Erhebungen aus. Der Medianwert der Eigenkapitalrendite lag 2016 mit 4,1 Prozent auf dem Niveau der Vorjahre. 

Die seit 2010 deutlich gesteigerten verwalteten Kundenvermögen resultieren überwiegend aus den Übernahmen anderer Privatbanken. Nur 15 Prozent des Vermögenswachstums der letzten sechs Jahre gehen auf Nettoneugelder zurück. 2016 wurde dabei erstmals in den letzten sechs Jahren ein Nettoabfluss von 43 Milliarden Franken beobachtet. Die Autoren der Studie führen dies auf einen raschen Abbau der Nicht-Kernkundensegmente bei den Privatbanken zurück, den sie auch in den Zusammenhang mit dem per Jahresanfang in Kraft getretenen Bundesgesetz über den internationalen automatischen Informationsaustausch stellen. 

Im Zuge der Bankenkonsolidierung seien in den letzten Jahren vorwiegend ertragsarme kleine Privatbanken vom Markt verschwunden. Sie dürften nach Ansicht der Studienautoren auch in Zukunft am ehesten zu den Verlierern der Bankenkonsolidierung gehören. Vereinzelt hätten sich jedoch kleine „Nischenanbieter herauskristallisiert, die sich äusserst erfreulich entwickeln“, heisst es in der Mitteilung. hs

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