Schweizer Pensionssystem hat Nachholbedarf

15. Dezember 2016 13:09

Wallisellen ZH - Die demographische Entwicklung lässt die Schweiz auf der internationalen Rangliste der Nachhaltigkeit bei Pensionssystemen abrutschen. Allianz Suisse leitet daraus die Forderung nach rascher Umsetzung der Altersvorsorgereform ab.

Die Schweiz ist in der von Allianz aufgestellten Rangliste der Nachhaltigkeit bei Pensionssystemen um sechs Plätze zurückgefallen. Einer Mitteilung des Versicherungskonzerns zufolge kommt sich nach Rang sieben im vorherigen Jahr 2016 nur auf Platz 13. Den Spitzenplatz belegt wie bereits im Vorjahr Australien, gefolgt von Dänemark und Schweden. Deutschland liegt auf Platz 27, die schlechtesten Bewertungen weisen unter anderem Slowenien und China auf. 

Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit eines Pensionssystems wird dessen Reformbedarf gemessen. Ein Wert von 10 signalisiert keinen Reformbedarf. Dabei wird auch die Entwicklung des Altersquotienten betrachtet, also des Verhältnisses von Menschen im Renten- zu denen im Erwerbsalter. Die Nachhaltigkeit eines Pensionssystems kann somit unter anderem durch eine Anhebung des Rentenalters oder eine Kürzung der Altersbezüge erhöht werden. 

Die Schweiz wurde nach Auskunft der Allianz vor allem wegen ihrer demographischen Entwicklung auf den Wert von 7,11 abgestuft. Ihr Altersquotient wird sich wahrscheinlich bis 2050 von heute rund 25 auf 50 verdoppeln. Trotz geringer Staatsverschuldung und einem relativ hohen Renteneinstrittsalter stehe die Schweiz „in Bezug auf das Pensionssystem vor grossen Herausforderungen“, wird Severin Moser, CEO der Allianz Suisse, in der Mitteilung zitiert. Deswegen dürfe die Reform der Altersvorsorge 2020 „nicht auf die lange Bank geschoben werden, denn das würde uns alle und vor allem die jüngeren Generationen teuer zu stehen kommen.“ hs

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