Schweizer Investoren sichern Finanzierung von Start-ups

14. Juli 2020 14:28

Luzern - Die Investitionen in Start-ups zeigen sich mit 760 Millionen Franken im ersten Halbjahr auch in der Krise widerstandsfähig. Den Ausfall ausländischer Kapitalgeber haben Schweizer Investoren weitgehend wettgemacht.

Für Schweizer Start-ups hatte 2019 mit 1183 Millionen Franken an Investitionen im ersten Halbjahr ein Rekordjahr bedeutet. Diese Summe ist 2020 nicht erreicht worden, allerdings sieht die Investitionssumme von 763 Millionen Franken im ersten Halbjahr im Vergleich zu früheren Jahren wie 2018 (456 Millionen Franken) gut aus. Die Unternehmen schlossen 105 Finanzierungsrunden ab, eine Zunahme von einem Viertel gegenüber 2019, wie eine Erhebung von startupticker.ch und der Investorenvereinigung Swiss Private Equity & Corporate Finance Association (SECA) ausweist.  

Auch wenn die Gesamtsumme durch die Zurückhaltung ausländischer Investoren in der weltweiten durch Corona ausgelösten Krise unter dem Rekordjahr 2019 liegt, so wurde der relative Erfolg des ersten Halbjahres doch möglich, weil Schweizer Investoren diese Lücke grossenteils füllten. Bei den Investitionen sprangen Schweizer Risikokapitalgeber in die Bresche. Ihr Anteil am insgesamt investierten Kapital stieg laut der Medienmitteilung von etwa einem Viertel auf rund die Hälfte.

Megafinanzierungsrunden im dreistelligen Millionenbereich wie in vergangenen Jahren gab es durch die Zurückhaltung ausländischer Investoren nicht. Während es im ersten Halbjahr 2019 drei solcher Runden gab, erreichte 2020 die grösste Finanzierungsrunde - vom Zürcher IT-Unternehmen Scandit - ein Volumen von 77 Millionen Franken. Die Masse der Start-ups konnte 2020 indes mehr Geld anziehen als 2019 mit einem Mittelwert von 3,9 Millionen Franken, das sind gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Laut einer Umfrage unter Schweizer Investoren des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern haben diese während der Krise ihre Investmenttätigkeit fast ungebremst aufrechterhalten. Zwar rechnen Investoren für die Zukunft mit Verzögerungen beim Fundraising, wollen aber die angestrebten Zielgrössen der Fonds beibehalten. Drei Viertel der Befragten gehen davon aus, dass die Investitionen in Schweizer Start-ups schon 2021 auf das Rekordniveau von 2019 zurückkehren werden. gba

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