Schweizer halten Schatz in den Händen

Manche seltene Elemente in technologischen Geräten werden bei der Wiederverwertung ignoriert. Bild: Bru-nO/Pixabay

Neben Gold zählen Neodym und Indium zu den seltenen Elementen, die in Smartphones, Bildschirmen und Festplatten verbaut werden. Esther Thiébaud, Doktorandin der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), hat in einer Studie untersucht, welche Mengen dieser Elemente sich in der Schweiz befinden und auch wo. Dabei hat sie herausgefunden, dass lediglich das Gold in einem grossen Ausmass wiedergewonnen wird. Bei Neodym und Indium sieht die Lage hingegen anders aus, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht.

So haben sich im Jahr 2014 insgesamt 1,7 Tonnen Indium in der Schweiz in Geräten befunden, die noch im Gebrauch waren. In Geräten, die in diesem Jahr entsorgt wurden, befanden sich 135 Kilogramm. 90 Kilogramm davon durchliefen den Recyclingprozess, allerdings endeten 90 Prozent davon in Kehrichtverbrennungsanlagen und 5 Prozent gingen im Schmelzprozess verloren. So wurden lediglich 5 Prozent dieser 90 Kilogramm für eine spätere Verwendung aufgehoben. Beim Neodym waren 2014 noch 39 Tonnen im Gebrauch, 3,9 Tonnen wurden mit den Geräten entsorgt. Davon durchliefen 2,8 Tonnen den Recyclingprozess und endeten in der Schlacke des Schmelzprozesses.

Der Grund dafür liegt im – verglichen mit dem Gold – niedrigen Wert von Neodym und Indium, wodurch die Wiederverwertung wirtschaftlich nicht attraktiv ist. Dies könnte sich jedoch durch eine leichte Erhöhung des vorgezogenen Recyclingbeitrages ändern. So würden 50 Rappen pro Bildschirm bereits ausreichen, um die Wiedergewinnung von Indium wirtschaftlich interessant zu machen, wie es in der Mitteilung heisst. jh