Schweizer essen weniger Schokolade

01. März 2021 14:17

Bern - Der Schokoladenkonsum der Schweizer ist 2020 erstmals seit 1982 auf unter 10 Kilogramm pro Kopf gesunken. Der Rückgang ging zu Lasten im Inland produzierter Schokolade. Die Importe ausländischer Schokolade legte im Jahresvergleich hingegen zu.

Einer Mitteilung des Verbands der Schweizer Schokoladenindustrie (Chocosuisse) zufolge haben Schweizer Schokoladeproduzenten im vergangenen Jahr insgesamt rund 180'000 Tonnen Schokolade produziert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um mehr als 10 Prozent. Der Umsatz der inländischen Schokoladenbranche ging im Jahresvergleich gleichzeitig um 260 Millionen auf 1,53 Milliarden Franken zurück.

Sowohl das inländische als auch das Exportgeschäft habe im Berichtsjahr dabei Einbussen hinnehmen müssen, erläutert Chocosuisse. Im Export ging die Ausfuhrmenge 2020 um 11,5 Prozent auf 126'000 Tonnen zurück. Der Umsatz fiel gleichzeitig 13,9 Prozent geringer als im Vorjahr aus.

Im Inlandmarkt sei lediglich im Geschäft mit Halbfabrikaten, wie Schokoladenmasse für Confiserien, Wachstum realisiert worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Insgesamt lag die 2020 im Inland abgesetzte Menge Schweizer Schokolade um 6,9 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Der damit erwirtschaftete Umsatz fiel im Jahresvergleich um 15,1 Prozent geringer aus.

Pro Kopf hatten Schweizer zudem im Berichtsjahr mit 9,9 Kilogramm erstmals seit 1982 weniger als 10 Kilogramm Schokolade konsumiert. Dieser Rückgang gehe vollständig zu Lasten der einheimischen Produzenten, erläutert Chocosuisse. Die Menge importierter Schokolade hatte 2020 hingegen um 1,8 Prozent zugelegt. Ihr Anteil am Gesamtkonsum stieg damit um 2 Prozentpunkte auf 43 Prozent an.

Nach Ansicht des Verbands der Schokoladenindustrie hängt der Anstieg der Importe mit dem Grenzschutz von Rohstoffen und Verarbeitungsprodukten zusammen. In Folge seien „gewisse Rohstoffe in der Schweiz doppelt so teuer wie im Ausland“. Der von den Zuckerherstellern geforderte Mindestgrenzschutz würde diese Asymmetrie weiter verschärfen, meint Chocosuisse. hs

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