Schweizer Banken verlieren ihren Glanz

08. Juli 2019 14:57

Berlin - Der Strukturwandel in der Finanzwirtschaft mache den Schweizer Banken noch stärker zu schaffen als ihren Wettbewerbern, schreibt die Berliner „Welt“ in einer Analyse. Der einstige Glanz des Finanzplatzes verblasse.

Die „Welt“ analysiert in ihrer Sonntagsausgabe den Schweizer Bankensektor. Dieser sei noch glänzend dagestanden, als es dem ehemaligen Bundesbankpräsidenten Axel Weber gelang, die angeschlagene UBS wieder in die Erfolgsspur zurückzuführen, so das Blatt aus Berlin. Sein Erfolgsrezept: abstossen unrentabler Konzernteile und Konzentration aufs Kerngeschäft, die Verwaltung von Vermögen reicher und institutioneller Anleger. 

Doch andere Geldinstitute, die dieses zunächst verheissungsvolle Konzept für sich übernahmen, waren in der Folge damit weit weniger erfolgreich. Und selbst die Bankenriesen produzierten schlechte Nachrichten: stark fallende Aktienkurse und Strafzahlungen wegen Steuervergehen und Aufstand der Aktionäre bei der UBS wegen des Missverhältnisses von Gehalt und Leistung ihrer Vorstände, interne Querelen bei der Credit Suisse und ein nur mit Auflagen bestandener Stresstest ihrer amerikanischen Tochter.

Der Strukturwandel nach der Bankenkrise, ein Attraktivitätsverlust für superreiche Araber und gestiegene Kosten durch die Regulierung machten allen zu schaffen. Vor allem setze er den kleinen, diskreten Schweizer Privatbanken zu, die sich in der Folge einem erhöhten Fusionsdruck ausgesetzt sähen. All dies, so die „Welt“, trübe mittlerweile der Blick auf die Bankenwelt im Alpenland. mm

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