Schweizer Bahnbranche fordert schnelle Alternative zur Rheintalbahn

22. August 2022 14:57

Bern - Die Bahnunternehmen SBB Cargo International, BLS Cargo und Hupac sowie der Verband der verladenden Wirtschaft fordern eine schnelle Alternativstrecke zur geplanten Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel. Eine linksrheinische Bahnlinie via Frankreich soll den regulären Güterverkehr sicherstellen. Dieser droht zu versagen.

SBB Cargo International mit Sitz in Olten SO, der Verband der verladenden Wirtschaft (VAP) mit Sitz in Uitikon ZH, BLS Cargo aus Bern und die in Chiasso TI ansässige Hupac-Gruppe fordern die Instandsetzung von Bahnstrecken links des Rheins. Sie sollen den Güterverkehr in der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) sicherstellen, bis die Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel fertiggestellt ist. Dies wird voraussichtlich im Zeitraum 2040 bis 2045 der Fall sein, heisst es in einer Medienmitteilung.

Demnach schlagen die Unternehmen eine „rasche Ertüchtigung der Strecke Wörth-Lauterbourg-Strasbourg“ vor. Sie ist „eine der wichtigsten Voraussetzungen für die stabile Nutzung der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen NEAT und für die weitere Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs in Erwartung des Vollausbaus der rechtsrheinischen Strecke“. Ansonsten würden die Versorgung mit Gütern und die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene scheitern. 

Daher soll die Schweiz als zentrales Transitland im Länderdreieck Deutschland-Schweiz-Frankreich eine führende Rolle einnehmen und die Verhandlungen für eine schnelle Elektrifizierung und Instandsetzung der Strecke Wörth-Strasbourg mit den Partnerstaaten vorantreiben. Neben der Ertüchtigung der Elsassstrecke sollte auch die Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen für Umleitungen instandgesetzt werden.

Weitere wichtige Massnahmen sind laut Mitteilung die Erstellung eines gemeinsamen durchgehenden Trassenkatalogs sowie die Aufhebung der nächtlichen Fahrbeschränkung. Diese Massnahmen sollen mit Hilfe eines eigens eingesetzten internationalen Arbeitsgremium unter Einbezug der Verkehrsministerien umgesetzt werden, schlägt das Konsortium vor. ko

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