Schweiz-Zuschläge verursachen Milliardenverluste

25. Februar 2020 13:22

Zürich - Schweizer Firmen zahlen für viele Produkte deutlich mehr als ihre Mitbewerber im Ausland. Dadurch entgehen der Schweizer Volkswirtschaft jährlich Milliardenbeträge, zeigt eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrag der Initianten der Fair-Preis-Initiative.

Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat im Auftrag der Vereins Stop der Hochpreisinsel - für faire Preise eine Studie zu den Preisunterschieden zwischen der Schweiz und dem Ausland durchgeführt. Untersucht wurden die Bereiche Gesundheitswesen, Hotellerie und Gastronomie sowie Forschung und Bildung und ausgewählte Produktgruppen im Konsumgüterbereich. Den Ergebnissen zufolge zahlen Schweizer Nachfrager alleine in diesen Bereichen jährlich 3,33 Milliarden Franken zu viel für Produkte.

Laut einer Mitteilung des Vereins Stop der Hochpreisinsel - für faire Preise weigern sich viele ausländische Hersteller, Nachfrager aus der Schweiz direkt zu beliefern. Stattdessen verweisen sie auf ihre Niederlassungen oder Internetportale in der Schweiz. Dort werden „überhöhte Preise verlangt und die Schweizer Kaufkraft gezielt abgeschöpft“, so der Verein.

Unter den höheren Preisen leidet unter anderem der Spitalbereich: Dort beträgt das Sparpotenzial laut Studie 600 Millionen Franken pro Jahr. „Schweiz-Zuschläge verteuern das Gesundheitswesen und erhöhen die Prämien“, wird Rolf Zehnder, Spitaldirektor des Kantonsspitals Winterthur, zitiert.

Das Gastgewerbe bezahlt laut Studie für Geräte, Hilfsmittel und nicht-alkoholische Getränke jährlich rund 290 Millionen Franken zu viel. „Die unfairen Schweiz-Zuschläge diskriminieren die Schweizer Betriebe gegenüber ihrer ausländischen Konkurrenz. Darunter leiden die hiesigen Hotel- und Gastrobetriebe und insgesamt der Tourismusstandort Schweiz“, wird Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse, zitiert. ssp

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