Schweiz zieht weniger Direktinvestitionen an

04. Juni 2019 11:35

Zürich - Direktinvestitionen in der Schweiz sind im vergangenen Jahr auf den Tiefstand von 2012 gesunken, zeigt ein neuer Bericht von EY. Gleichzeitig haben Schweizer mehr in Europa investiert – das beliebteste Zielland war Frankreich.

Die Direktinvestitionen in der Schweiz sind 2018 um 14 Prozent zurückgegangen und damit auf den Tiefstand von 2012 gesunken, zeigt der „EY Attractiveness Survey Schweiz 2019“. So wurden im vergangenen Jahr nur 61 Investitionen aus dem Ausland in der Schweiz getätigt. Insbesondere die Investitionen aus den USA (-48 Prozent) und China (-50 Prozent) sind stark gesunken. Aber auch jene aus Holland (-33 Prozent) und Grossbritannien (-8 Prozent) gingen deutlich zurück. Dafür floss 2018 aber mit +75 Prozent viel mehr Geld aus Deutschland in die Schweiz.

Mehr als jedes zweite im vergangenen Jahr in der Schweiz getätigte Investitionsobjekt entfiel auf den Bereich Vertrieb und Marketing. Dafür nahmen die Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung ab und es wurde im Vergleich zum Vorjahr auch weniger in Firmenzentralen investiert. Laut Stefan Rösch-Rütsche, Partner und Leiter Transaction Advisory Services von EY Schweiz, hängt der Rückgang insbesondere mit dem starken Franken und dem hohen Lohnniveau zusammen.

Die Schweiz selber war 2018 dagegen der fünftgrösste Investor in Europa. So schufen die rund 300 Schweizer Investitionsprojekte in Europa im vergangenen Jahr insgesamt gut 7000 Arbeitsplätze. Dabei hat Frankreich Deutschland als beliebtestes Zielland von Schweizer Investoren abgelöst.

Laut EY sind die Investitionen aus dem Ausland 2018 nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa gesunken. Hervorgehoben wird aber, dass kleinere Volkswirtschaften wie Serbien, Rumänien, Irland, Portugal und Ungarn mehr Investitionsprojekte aus dem europäischen Ausland anlockten als die Schweiz.

„Die Schweiz scheint hinsichtlich kurzfristiger Wachstumsraten bei den Investitionen aus dem Ausland limitiert zu sein. Längerfristig sehen wir Chancen in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und Effizienzsteigerung“, sagt Rösch-Rütsche. Dafür seien aber „mehrheitsfähige Gesetzesvorlagen notwendig, die neue Impulse für einen Aufschwung des Wirtschaftsstandorts Schweiz setzen“. ssp

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