Schweiz wird Emissionsziele verfehlen

12. April 2021 13:47

Bern - Die Treibhausgasemissionen in der Schweiz sind 2019 im Vergleich zum Vorjahr fast gleich geblieben. Im Verkehr lagen sie noch immer über dem Niveau von 1990. Das BAFU geht davon aus, dass die Schweiz ihr Klimaziel für 2020 verfehlen wird. Deshalb hält es das revidierte CO2-Gesetz für unumgänglich.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat das Schweizer Treibhausgasinventar für die Jahre 1990 bis 2019 am Montag beim UNO-Klimasekretariat eingereicht. Dieses umfassende Bild über die im Kyoto-Protokoll geregelten Treibhausgasemissionen der Schweiz gibt Auskünfte über die verschiedenen Sektoren und ihre Erfolge bei der Reduzierung fossiler Brennstoffe. Nach Analyse der vorliegenden Statistiken geht das BAFU laut einer Medienmitteilung davon aus, dass die Schweiz ihr Reduktionsziel gemäss CO2-Gesetz von minus 20 Prozent bis 2020 im Vergleich zum Basisjahr 1990 nicht einhalten kann. Deshalb sei das revidierte CO2-Gesetz unumgänglich.  

Demnach werden etwa die Fortschritte im Gebäudesektor beim Ersatz von Öl- und Gasheizungen wieder aufgefressen, sobald der Winter kälter wird. So sind die Emissionen im kälteren Winter 2019 gegenüber 2018 gleich geblieben. Damit sei das Reduktionsziel von minus 40 Prozent bis 2020 im Vergleich zu 1990 nicht zu erreichen. Aktuell liegt der Gebäudesektor bei minus 34 Prozent. 

Der Industriesektor verbrauchte 2019 nur 14 Prozent weniger als 1990. Sein Ausstoss verharrte in den vergangenen Jahren auf stabilem Niveau. Setze sich dieser Trend fort, werde das Reduktionsziel von minus 15 Prozent bis 2020 verfehlt. 1 Prozent mehr Emissionen als 1990 verzeichnet der Verkehrssektor. Zwar haben effizientere Fahrzeuge zu weniger CO2-Ausstoss geführt. Ausserdem hatten im Jahr 2019 Biotreibsstoffe einen Anteil von 4 Prozent am gesamten Kraftstoffverbrauch. Doch die Zunahme der zurückgelegten Kilometer machte diese positiven Effekte zunichte. Deshalb werde der Verkehrssektor für 2020 das Ziel von minus 10 Prozent gegenüber 1990 nicht erreichen. Auch in der Landwirtschaft werde die Zielmarke deutlich überschritten.

Der Ausstoss von Treibhausgasen wird durch das BAFU aus dem Verbrauch fossiler Energieträger gemäss der Gesamtstatistik des Bundesamts für Energie berechnet und nicht aus der Messung der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Deshalb können laut BAFU Zahlen über die Folgen der Corona-Pandemie erst 2022 errechnet werden. mm

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