Schweiz verfehlt Ziel bei Treibhausgasen

15. April 2020 11:33

Bern - Die Schweiz hat 2018 im Vergleich zum Vorjahr zwar 1,5 Millionen Tonnen Treibhausgase weniger ausgestossen. Doch geht das grösstenteils auf den milden Winter zurück. Nach Einschätzung des BAFU wird die Schweiz ihr nationales Klimaziel für 2020 verfehlen.

Das Bundesamt für Umweltschutz (BAFU) hat das schweizerische Treibhausgasinventar für die Jahre 1990 bis 2018 beim UNO-Klimasekretariat eingereicht. Es liefert ein umfassendes Bild über die im Kyoto-Protokoll geregelten Treibhausgasemissionen der Schweiz. Das BAFU geht davon aus, dass die Schweiz ihr Reduktionsziel gemäss CO2-Gesetz von minus 20 Prozent Treibhausgasausstoss bis 2020 gegenüber 1990 insgesamt nicht erreichen wird.

Daraus liegt zu einem guten Teil an den Emissionen im Gebäudebereich. Diese lagen zwar 2018 um 34 Prozent unter dem Wert von 1990. Zu einem Viertel gehe das auf die verbesserte Energieeffizienz von Gebäuden und den Ersatz von Öl- und Gasheizungen zurück, heisst es in einer Medienmitteilung. Aber der Grossteil des Rückgangs von 2018 in Höhe von 1,2 Millionen Tonnen auf noch 11,2 Millionen Tonnen sei dem milden Winter geschuldet. Rechne man den Effekt der Witterung heraus, zeige sich für den Sektor eine Abnahme der Emissionen um rund 0,3 Millionen Tonnen pro Jahr. 

Die Emissionen des Industriesektors gingen gegenüber 2017 um rund 0,2 Millionen Tonnen zurück, stagnierten danach aber. „Zur Erreichung des Reduktionsziels für 2020 von 15 Prozent ist eine weitere Verminderung der Emissionen notwendig.“

In den Jahren 2017 und 2018 betrug der Ausstoss des Verkehrs 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2-eq). Damit lagen sie 1 Prozent über dem Wert des Referenzjahrs 1990. Positive Effekte etwa durch Biotreibstoffe würden durch die Zunahme der zurückgelegten Kilometer zunichte gemacht. „Der Verkehrssektor wird das Ziel von minus 10 Prozent bis 2020 nach heutiger Einschätzung klar verfehlen.“

Die Emissionen der Landwirtschaft liegen seit 2000 konstant bei etwa 6,7 Millionen Tonnen CO2-eq. Die vorgesehene Emissionsreduktion von rund 10 Prozent bis 2020 „dürfte verfehlt werden“. mm

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