Schweiz tauscht Kontendaten mit 86 Staaten aus

09. Oktober 2020 14:48

Bern - Die Schweizer Steuerverwaltung hat mit 86 Staaten Daten über Finanzkonten ausgetauscht. Die erhaltenen Daten über rund 815’000 Auslandskonten von Schweizern geben den kantonalen Steuerbehörden zusätzliche Kontrollmöglichkeiten.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat laut einer Medienmitteilung mit 86 Staaten Informationen zu rund 3,1 Millionen Finanzkonten ausgetauscht. Der Austausch beruht auf Gegenseitigkeit im Rahmen des globalen Standards zum automatischen Informationsaustausch. Die Umsetzung dieses Standards ist seit Januar 2017 in der Schweiz gesetzlich geregelt.

Die ESTV erhält zurzeit von rund 8500 Finanzinstituten wie Banken, Trusts oder Versicherungen Kontendaten. Diese umfassen den Namen des Kontoinhabers, Anschrift, Ansässigkeitsstaat und die Steueridentifikationsnummer. Weiter werden das meldende Finanzinstitut, der Kontosaldo und die Kapitaleinkommen aufgeführt.

Die ESTV versandte nach Angaben in der Medienmitteilung solche Informationen zu rund 3,1 Millionen Finanzkonten an die Partnerstaaten und erhielt von ihnen Informationen zu rund 815’000 Finanzkonten. Um welche Vermögenswerte es dabei geht, veröffentlichte die Steuerverwaltung nicht.

Zu den Vorteilen des Austausches für die Schweiz heisst es bei der ESTV: Mit den erhaltenen Daten „können die kantonalen Steuerbehörden überprüfen, ob die Steuerpflichtigen ihre Finanzkonten im Ausland in der Steuererklärung korrekt deklariert haben“.

Einige der Staaten werden wegen Verzögerungen aufgrund der Covid-Pandemie ihre Daten erst bis Ende Jahr an die Schweiz übermitteln. Der gegenseitige Austausch erfolgt mit 66 Staaten, von 20 Staaten bekam die Schweiz Daten, versandte aber keine eigenen. Diese Staaten hätten entweder die internationalen Anforderungen an die Vertraulichkeit und Datensicherheit noch nicht erfüllt oder, in elf Fällen, auf eine Datenlieferung freiwillig verzichtet. gba

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