Schweiz stürzt bei Klimapolitik ab

09. November 2021 13:49

Bonn/Köln - Der Klimaschutz-Index von Germanwatch und dem NewClimate Institute führt die Schweiz insgesamt auf Rang 15. Bei Treibhausgasemissionen und Energienutzung zeige das Land eine hohe, bei den erneuerbaren Energien eine mittlere Leistung. In der Klimapolitik erhält die Schweiz eine niedrige Bewertung.

Beim Klimaschutz-Index (Climate Change Performance Index, CCPI) 2022 von Germanwatch und dem NewClimate Institute hat die Schweiz gegenüber dem Vorjahr einen Rang eingebüsst und wird nun auf Rang 15 geführt. Doch insgesamt bleibe sie unter den hoch-performanten Ländern, heisst es im CCPI-Länderbericht für die Schweiz.

Er lobt die hohe Leistung in den Kategorien Treibhausgasemissionen und Energienutzung und konstatiert eine mittlere Leistung bei den erneuerbaren Energien. Jedoch stürzte die Schweiz in der Kategorie nationale Klimapolitik um 28 Ränge auf Platz 51 ab. Die Experten der CCPI bewerteten das gescheiterte CO2-Gesetz als unzureichend, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen. Sie fordern die Regierung auf, so bald wie möglich ein ehrgeizigeres Gesetz zu verabschieden.

Was die internationale Klimapolitik betrifft, so erkennen die Experten die proaktive Rolle des Landes auf internationaler diplomatischer Ebene bei der Förderung von Transparenz und Klimaschutz an. Sie fordern jedoch einen höheren finanziellen Beitrag zur öffentlichen Klimafinanzierung und ein stärkeres Engagement der Schweiz bei der Schadensbehebung.

Als reiches Land müsse und könne sie mehr tun, etwa bei der Revision des Energiegesetzes, so auch der WWF Schweiz in einer Medienmitteilung. Zudem könne die Umweltkommission des Ständerats bereits am 15. November die Erarbeitung „eines griffigen indirekten Gegenvorschlags zur Gletscherinitiative“ unterstützen. Und das Zürcher Stimmvolk habe Gelegenheit, am 28. November für die Ersetzung von Öl- und Gasheizungen durch klimafreundliche Wärmesysteme zu stimmen.

Der CCPI bewertet die Fortschritte der 61 grössten Emittenten. Sie sind für 92 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Plätze 1 bis 3 beim Klimaschutz-Index bleiben frei, weil noch kein Land die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht hat. Die auf den Plätzen 4 bis 6 folgenden Länder Dänemark, Schweden und Norwegen stünden jedoch kurz davor. Viertbestes Land ist Grossbritannien, gefolgt von Marokko. mm

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