Schweiz soll Ausbau des Solarstroms verstärken

12. November 2019 12:26

Zürich - Die Schweiz steht beim Anteil von Wind- und Sonnenstrom an 26. Stelle in Europa. Wenn sie ihre Energie- und Klimaziele erreichen will, muss sie den Ausbau grosser Photovoltaik-Anlagen beschleunigen, fordert die Energiestiftung auf Grundlage einer Analyse von Rudolf Rechsteiner.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz kommt nur langsam voran. Das zeigt eine Analyse des ehemaligen Basler SP-Nationalrats Rudolf Rechsteiner für die Schweizerische Energiestiftung (SES). Danach betrug der Anteil von Wind und Solarstrom an der Stromerzeugung in der Schweiz 2018 gerade mal 3,0 Prozent. Damit steht sie in Europa auf Platz 26. Spitzenreiter Dänemark kommt auf 48,7 Prozent, Nachbar Deutschland auf 24,3 Prozent. 

Aus Sicht von Rechsteiner noch schlimmer: Der Ausbau der Erneuerbaren verlangsamt sich sogar. Mit 7,2 Prozent Zubau war 2018 das schwächste Jahr seit 2008. Damit lasse sich das Ziel des Bundesrates nicht erreichen, den CO2-Ausstoss der Schweiz bis 2050 auf netto Null zu senken. 

Rechsteiner, der zugleich SES-Präsident ist, schlägt daher eine Reihe von Massnahmen vor, die sich an den Erfahrungen der anderen europäischen Länder orientieren. „Die im Ausland erprobten Instrumente könnten bei uns sofort eingeführt werden“, wird Rechsteiner in einer Mitteilung der SES zitiert. Namentlich fordert er Ausschreibungen mit Marktprämien für Photovoltaik-Grossanlagen und für neue Wasserkraft. Diese Marktprämien würden nur gezahlt, wenn der Strompreis unter einen bestimmten Wert fällt. Sie hätten den Vorteil, dass gezielt Investitionen mit niedrigen Risikoprämien gefördert werden können. 

Für die Grossanlagen könnten Freiflächen und bestehende Infrastrukturen genutzt werden, etwa Dächer, Fassaden, Lärmschutzwände und gerade auch die Wasseroberflächen der Stauseen. Anlagen für den Eigenverbrauch könnten weiterhin mit Einmalvergütungen gefördert werden. 

Bei der Förderung sollten namentlich jene Anlagen berücksichtigt werden, die einen Anteil von Winterstrom von über 40 Prozent aufwiesen. Umgekehrt sollten Solaranlagen beim Netzentgelt entlastet werden: Sie sollten nur noch für diejenigen Netze zahlen, die sie auch tatsächlich nutzen. Das könnte zu Entlastungen von bis zu 5 Rappen pro Kilowattstunde führen.

Die SES fordert auch, das Ausbauziel für den Solarstrom zu erhöhen. „Sie tragen den Klimazielen ungenügend Rechnung“, wird Felix Rechsteiner, Leiter Fachbereich erneuerbare Energien der SES, in der Mitteilung zitiert. Statt 11,4 Terawattstunden bis 2035 fordert die SES 26 Terawattstunden. Bis 2050 sollte die Kapazität auf 45 Terawattstunden erhöht werden. stk

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