Schweiz schwimmt bei Insolvenzen gegen den Strom

06. Oktober 2021 12:44

Wallisellen ZH - Euler Hermes erwartet, dass die staatlichen Unterstützungsmassnahmen auch in diesem Jahr die Insolvenzen global zurückgehen lassen. Für 2022 rechnet der Exportkreditversicherer mit steigenden Insolvenzen. In der Schweiz steigen die Insolvenzen bereits seit diesem Jahr wieder an.

Euler Hermes rechnet damit, dass die Insolvenzen wie bereits 2020 auch in diesem Jahr weltweit weiter zurückgehen. Nach einem Rückgang von 12 Prozent im vergangenen zeige die jüngste Insolvenzstudie für dieses Jahr eine weitere Abnahme um rund 6 Prozent auf, informiert der global aktive Exportkreditversicherer aus dem Glattal in einer Mitteilung.

„Die staatlichen Unterstützungsmassnahmen haben ihr Ziel erreicht, möglichst viele Insolvenzen zu verhindern“, wird Maxime Lemerle dort zitiert. Nach Ansicht des Leiters der Branchen- und Insolvenzanalyse bei der Euler Hermes Gruppe zeichnet sich auch für dieses Jahr keine Änderung ab. „Die Verlängerung zahlreicher Programme wird die Insolvenzen im Jahr 2021 auf einem weiterhin niedrigen Niveau halten.“ Erst im kommenden Jahr rechnet Euler Hermes weltweit wieder mit ansteigenden Insolvenzzahlen.

In ihren Erhebungen haben die Analysten von Euler Hermes allerdings regionale Unterschiede ausgemacht. Unter den gegen den Strom schwimmenden Ländern Westeuropas wird neben Luxemburg, Italien, Spanien, Grossbritannien und Belgien auch die Schweiz aufgezählt. Hier sind in den ersten acht Monaten 2021 insgesamt 3175 Unternehmenspleiten verzeichnet worden. Dies entspreche zwar einer leichten Zunahme gegenüber 2020, liege aber unter dem entsprechenden Wert aus dem Jahr 2019 erläutert Stefan Ruf in der Mitteilung. Für das Gesamtjahr geht der CEO Euler Hermes Schweiz von einem Anstieg um 4 Prozent auf 5100 Fälle aus.

Für das kommende Jahr rechnen die Analysten von Euler Hermes mit einem Anstieg der Insolvenzen in der Schweiz um 10 Prozent im Jahresvergleich. „Auch mit diesem stärkeren Zuwachs“ auf rund 5600 Insolvenzen werde die Schweiz „das Vorkrisenniveau 2022 allerdings noch nicht wieder erreichen“, meint Ruf. „2018 und 2019 lagen die Insolvenzen bei über 6000 Fällen.“ hs

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