Schweiz profitiert in der Krise von Personenfreizügigkeit

25. Juni 2021 13:43

Bern - Die Schweiz hat in der Corona-Krise von der Personenfreizügigkeit mit den EU-Staaten profitiert. Dies zeigte sich laut einem Bericht des Bundes vor allem im Gesundheitsbereich. Nach der Krise dürfte die Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften auch in anderen Bereichen wieder steigen.

Die Personenfreizügigkeit bleibe „zur flexiblen und bedarfsgerechten Deckung der Arbeitskräftenachfrage“ wichtig. Zu diesem Schluss kommt das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in einem Bericht. Die grosse Bedeutung der ausländischen Arbeitskräfte habe sich vor allem im Gesundheitswesen gezeigt.

Derzeit seien ein Drittel der in der Schweiz tätigen Fachärzte und 31 Prozent der Allgemeinärzte EU-Staatsangehörige. Bei den Physiotherapeuten, Zahnärzten und Apothekern liege dieser Anteil bei rund einem Viertel, beim Pflegefachpersonal bei 19 Prozent. Bei den Gesundheitsberufen der sogenannten Sekundarstufe II, zu welcher etwa Pflegekräfte gehören, sei der Anteil von EU-Staatsangehören vergleichsweise tief. Das SECO erklärt dies mit „Ausbildungsanstrengungen im Inland“.

Insgesamt gesehen waren Arbeitskräfte aus dem EU-Raum in der Schweiz allerdings stärker von der Corona-Krise betroffen als inländische Arbeitskräfte. Dies habe insbesondere mit dem hohen Beschäftigungsanteil ausländischer Arbeitskräfte im Gastgewerbe zu tun. Die Neueinwanderung von Erwerbstätigen ging 2020 aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage auch zurück. Das SECO geht aber davon aus, dass die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung im Laufe des Jahres wieder zu einer höheren Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften beitragen wird. ssp

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