Schweiz muss sich bei Fintech nicht verstecken

30. November 2016 14:14

Zürich - In der Finanztechnologie gibt es nach wie vor grosse und ständige Veränderungen. Die Schweiz befindet sich jedoch grundsätzlich auf dem richtigen Weg, meint der Fintechberater Christian König in einem Mediengespräch. Zu den guten Beispielen gehört Contovista.

König erläutert in einem Interview mit der „Handelszeitung“, dass sich die Finanztechnologie in den vergangenen vier Jahren in der Schweiz rasant entwickelt habe. Dadurch würde aber auch das Risiko steigen, dass die Akteure in Aktionismus verfallen. „Ein häufiges Problem ist, dass das Bewusstsein für die tatsächlichen Erfordernisse fehlt. Eine neue, schicke Tradingplattform nützt wenig, wenn sie so platziert ist, dass kaum ein Kunde sie findet.“ Die Grossbank UBS oder auch zahlreiche Kantonalbanken würden aber bereits richtige Massnahmen ergreifen.

Als Beispiel für funktionierende Geschäftsmodelle nennt König das Schlieremer Jungunternehmen Contovista. Dieses habe ursprünglich versucht, seine Lösungen direkt den Verbrauchern anzubieten. Inzwischen werde mit Banken zusammengearbeitet. „Jetzt setzen Fintechs in der Schweiz zunehmend auf Business-to-Business-Modelle – zielen also eher auf Banken und nicht Konsumenten als Kunden ab.“

Nichtsdestotrotz geht König davon aus, dass die Branche noch vor einer umfassenden Veränderung steht. „Machen wir uns nichts vor, ein Fintech, das auf Dauer bestehen will, muss sehr stark sein. 90 Prozent der Fintechs werden verschwinden, ähnlich wie ein Grossteil der Internetfirmen zu Beginn des Milleniums.“ Zudem droht Konkurrenz aus anderen Ländern, gerade in Singapur habe sich die Finanztechnologie bereits einen Vorsprung erarbeitet. „Auch wenn Singapur aktuell gut vorlegt, die Schweiz muss sich nicht verstecken. Der Vorstoss für Video- und Online-Identifizierung der Finma geht in die richtige Richtung. Auch das Vorhaben des Bundesrates ist zu begrüssen, Freiraum für kleine Fintechs zu schaffen, die sogenannte Sandbox“, wird König zitiert. jh

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