Schweiz ist keine Zinsinsel mehr

01. Juli 2021 12:32

Bern - Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat Ursachen und Auswirkungen des Tiefzinsumfelds untersuchen lassen. Den Ergebnissen zufolge hat sich die Zinsdifferenz der Schweiz gegenüber dem Ausland deutlich reduziert. Die tiefen Zinsen stützen die Investitionstätigkeit von Unternehmen und Staat.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat insgesamt sechs Studien in Auftrag gegeben, in denen Ursachen und Auswirkungen des Tiefzinsumfelds auf Wirtschaft und Gesellschaft ausgeleuchtet werden, informiert das SECO in einer Mitteilung. Den Ergebnissen zufolge sei die Schweiz „heute keine Zinsinsel mit deutlich tieferen Zinsen mehr“, heisst es dort weiter. Insbesondere bei den realen Zinsen unter Abzug der Inflation habe sich die Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Ausland „deutlich reduziert“.

Der Rückgang der Realzinsen sei vor allem auf globale Faktoren zurückzuführen, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Konkret werden dort die Integration Chinas in die Weltwirtschaft, die sich abschwächende Entwicklung der Produktivität und die weltweite demographische Entwicklung genannt. Auch die demographische Entwicklung in der Schweiz habe den Studien zufolge einen Beitrag zum Sinken der Realzinsen geleistet, schreibt das SECO.

In Bezug auf die Auswirkungen des Tiefzinsumfelds streicht das SECO in der Mitteilung den Einfluss auf die Investitionstätigkeit heraus. Den Studien zufolge haben die sinkenden Zinsen die Investitionstätigkeit von Unternehmen und öffentlicher Hand gefördert. Private Haushalte hätten hingegen grössere Anschaffungen eher aufgeschoben. hs

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