Schweiz geht konsequent gegen Geldwäscherei vor

15. Juli 2019 15:02

Bern - Die interdepartementale Koordinationsgruppe zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung (KGGT) bescheinigt der Schweiz ein erhöhtes Risiko aus internationaler Korruption. Gleichzeitig betont die KGGT die von der Schweiz getroffenen Gegenmassnahmen.

Internationale Korruption gewinnt im Zusammenhang mit Geldwäscherei zunehmend an Bedeutung, erläutert die vom Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) geleitete KGGT in ihrem „Bericht zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung“. Sowohl bei den Meldungen an die entsprechende Meldestelle (MROS) als auch bei den Strafverfahren der Bundesanwaltschaft (BA) ist der Anteil der im Zusammenhang mit Korruption stehenden Fälle zwischen 2010 und 2017 auf 23 Prozent gestiegen. Inländische Korruption spielt dabei eine geringe Rolle. Die höchste Bedrohung gehe „von aktiver und vor allem passiver Korruption ausländischer Amtsträger aus“, heisst es im Bericht.

Für die betroffenen Finanzintermediäre in der Schweiz sei die kriminelle Herkunft der Gelder nicht leicht zu erkennen, schreibt die KGGT weiter. Meist würden die Vorfälle von den geschädigten Verwaltungen oder durch Investigativjournalisten veröffentlicht. Als anfälligste Finanzintermediäre in der Schweiz macht die Koordinationsgruppe „die ausländisch beherrschten Banken, die Börsen-, Effekten-und Vermögensverwaltungsbanken und die Privatbanken“ aus.

Gleichzeitig bescheinigt die KGGT der Schweiz ein „wirksames rechtliches und institutionelles Instrumentarium zur Bekämpfung des Geldwäschereirisikos im Zusammenhang mit der Vortat der in- oder ausländischen Korruption“. Das Land könne damit sein erhöhtes Risiko gut kontrollieren, heisst es im Bericht. Konkret weist die KGGT auf den Austausch von Informationen mit ausländischen Meldestellen und die wirksame Aufsicht der Eidgenössischen Finanzaufsicht (FINMA) hin. Den Schweizer Justizbehörden wird eine angemessene Strafverfolgung attestiert. hs

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