Schweiz braucht saisonale Wärmespeicher

10. Juli 2019 15:29

Dübendorf ZH - Die Schweiz muss entweder saisonale Wärmespeicher anlegen und im Winter mit Sommerwärme heizen. Oder sie muss im Winter saubere Energie importieren. Zu diesem Schluss kommen Empa-Forscher bei der Analyse des künftigen Energiebedarfs.

Martin Rüdisüli, Sinan Tesk und Urs Elber haben untersucht, wie weit und steil der Weg zu einer CO2-freien Versorgung mit Brenn- und Treibstoffen ist. Die Studie der Forscher der Eidgenössischen Materialforschungs- und Prüfungsanstalt (Empa) ist im Fachmagazin „Energies“ erschienen. Sie geht davon aus, dass der Wärmebedarf der Gebäude durch Sanierungsmassnahmen um 42 Prozent gesenkt und drei Viertel des verbleibenden Wärmebedarfs der sanierten Gebäude durch Wärmepumpen gedeckt werden könnten. Zudem sollten zwei Drittel aller privaten Autofahrten elektrisch angetrieben werden können. Beides zusammen würde den Strombedarf der Schweiz um 25 Prozent erhöhen, heisst es in einer Empa-Mitteilung zur Studie. Allerdings stiege der Bedarf vor allem im Winter, dann also, wenn in der Schweiz schon heute durchschnittlich weniger Strom erzeugt als gebraucht wird.

Aus der Sicht der Forscher ist es daher nötig, Wärmepumpen möglichst dann zu installieren, wenn das Gebäude saniert und damit der Wärmebedarf gesenkt wird. Zudem müsse jedes auslaufende Kernkraftwerk durch das Achtfache an Photovoltaik ersetzt werden. Es sollten daher so viele Solarmodule wie möglich installiert werden. Zudem brauche es auch ein Maximum an Speichern, von lokalen Batteriespeichern über Pumpspeicherwerke bis zu chemischen Energiespeichern.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Wärmespeicher: Sie erlauben, überschüssige Sommerwärme in den kalten Winter zu transferieren. Dabei könnte sich die Schweiz an der Natur orientieren. Auch diese speichere Sonnenenergie im Sommer und nutze sie über das ganze Jahr. „Wir könnten im Sommer so viel wie möglich einlagern und im Winter unseren Bedarf einschränken“, wird Sinan Teske in der Mitteilung zitiert. Die Alternative: „Wir suchen uns Partner auf der Südhalbkugel der Erde, die Sonnenenergie ernten und in die Schweiz liefern können, wenn bei uns Winter herrscht, und umgekehrt.“ stk

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