Schweiz braucht Krisenorganisation für Cyberrisiken

15. Januar 2020 13:54

Bern - Der Aufbau einer Krisenorganisation für Cyberrisiken sei für den Schweizer Finanzplatz besonders dringend, meint der Beirat Zukunft Finanzplatz. Als eine Priorität betrachtet das Beratungsgremium des Bundes auch die steuerliche Entfesselung des Schweizer Kapitalmarkts.

Im Auftrag des Bundes hat der Beirat Zukunft Finanzplatz eine finanzmarktpolitische Gesamtsicht erarbeitet und wichtige Handlungsempfehlungen identifiziert. Als besonders dringend betrachtet das Beratungsgremium dabei den Aufbau einer handlungsfähigen Krisenorganisation für Cyberrisiken, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Schweiz verfolge einen besonders innovationsfreundlichen Regulierungsansatz, welcher die Entwicklung von Fintechs fördert. Allerdings könnten „diese sehr guten Voraussetzungen des Schweizer Standorts“ zunichtegemacht werden, wenn mögliche Cyberattacken unprofessionell bewältigt würden.

Prioritär sei weiter auch eine steuerliche Entfesselung des Schweizer Kapitalmarktes. Der Schweizer Kapitalmarkt sei für die Grösse des Finanzplatzes relativ unterentwickelt. Grosse Unternehmen emittieren ihre Anleihen zumeist im Ausland, was laut dem Gremium mit der Ausgestaltung der Verrechnungssteuer zu tun hat. Mit einem Umbau der Verrechnungssteuer zu einer Zahlstellensteuer – wie vom Bundesrat 2019 vorgeschlagen – könnte die Schweiz für derartige Kapitalmarktgeschäfte deutlich attraktiver werden. Mittelfristig liesse sich die Attraktivität des Schweizer Kapitalmarktes zudem noch weiter steigern, wenn Reformen der Verrechnungssteuer für Eigenkapitalemissionen und der Stempelsteuern umgesetzt werden.

Die weiteren Empfehlungen des Beratungsgremiums betreffen unter anderem den Marktzutritt für Finanzdienstleistungen, den Umgang mit digitalen Zahlungsmitteln, die Etablierung eines Forschungs-Hubs für Fintech und Cybersicherheit sowie die Berücksichtigung von Stabilitäts­risiken des extremen Tiefzinsumfeldes. Die Empfehlungen sollen in die Aktualisierung der Finanzmarktpolitik des Bundes einfliessen, die im Herbst 2020 vorliegen wird. ssp

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