Schweiz beteiligt sich an Grossteleskop

31. Mai 2021 09:55

Zürich - In der südafrikanischen Karoo-Halbwüste entsteht das neue Grossteleskop Hirax. Es soll die Verteilung von Wasserstoff im Universum grossflächig vermessen. Zu den fünf internationalen Konsortialpartnern gehören die ETH Zürich, die Universität Genf und die EPFL.

Drei Schweizer Hochschulen sind am Bau des neuen Radioteleskops Hirax in der südafrikanischen Halbwüste Karoo beteiligt. Das Projekt wird von einem Konsortium aus sieben südafrikanischen Mitgliedern und fünf internationalen Partnern getragen. Zu Letzteren gehören die Eidgenössische Technischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL) sowie die Universität Genf. Ausserdem kooperieren weitere zwölf Hochschulen.

Die Anlage wird aus über 1000 Parabolspiegeln bestehen, von denen jeder einen Durchmesser von sechs Metern hat. ETH-Physikerinnen und -Physiker entwickeln dafür gemeinsam mit Forschenden der Universität Genf einen sogenannten digitalen Korrelator. Er verbindet die Signale der einzelnen Teleskope miteinander. Für ihre Pilotanlage zur Entwicklung dieses Korrelators nutzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die beiden historischen Radioteleskope am Standort Bleien im Kanton Aargau.

Das neue Grossteleskop wird die Verteilung von Wasserstoff im Universum vermessen. „Wenn wir anhand des Wasserstoffs, dem häufigsten Element im Universum, erfahren, wie die Materie im Weltall verteilt ist, können wir daraus Rückschlüsse ziehen, aus was die Dunkle Materie und die Dunkle Energie bestehen“, so ETH-Professor für Physik, Alexandre Refregier, in einer Medienmitteilung seiner Hochschule. Ausserdem erhoffen sich die Forschenden Erkenntnisse über sogenannte blitzartige Radiosignale und Pulsare. Refregier wird sich mit seiner Gruppe auch an der wissenschaftlichen Auswertung der Daten beteiligen.

Wie die ETH Zürich in der Mitteilung betont, seien die Entwicklungsarbeiten für das Hirax-Projekt auch „ein willkommener Türöffner“ für eine Schweizer Beteiligung am Square Kilometre Array. Der südafrikanische Teil des dereinst grössten Radioteleskops der Welt wird seinen Standort ebenfalls in der Karoo-Wüste haben. Es wird seine Daten mit jenen aus seinem australischen Zwilling zusammenführen. Sein Ausbau wird Mitte 2021 beginnen und acht Jahre dauern. Vertreter von acht Staaten haben eine entsprechende Übereinkunft bereits unterzeichnet. Weitere sieben, darunter die Schweiz, sollen folgen. Mit den Entwicklungen für Hirax, so Refregier, „können wir dazu beitragen, dass die Schweizer Hochschulen auch bei diesem zukunftsweisenden Projekt mit von der Partie sind und damit mit der Entwicklung in der Radioastronomie mithalten können“. mm

Aktuelles im Firmenwiki